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76 000 Tonnen Asbest liegen auf Deponien

Sachsen-Anhalt: Entsorgung lässt Menge weiter wachsen

Magdeburg. Auf Deponien in Sachsen-Anhalt lagern mehrere Zehntausend Tonnen asbesthaltige Abfälle. Das ergibt sich aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der LINKEN-Abgeordneten Kerstin Eisenreich und Hendrik Lange. Demnach befinden sich auf fünf Deponien im Land Abfälle mit dem krebserregenden Material. Insgesamt sind es rund 76 000 Tonnen. Dabei handelt es sich etwa um Asbestzement, Verpackungen, gebrauchte Geräte, Dämmmaterial oder asbesthaltige Baustoffe.

Die Verwendung von Asbest ist in Deutschland seit 1993 verboten. Für die gesamte EU gilt das Verbot seit 2005. Die Entsorgung bereitet aber nach wie vor Probleme, weil das einst als »Wunderfaser« bezeichnete Material praktisch nicht verrottet.

Wichtig sei, die Gefahren für Menschen und Umwelt möglichst gering zu halten, heißt es in der Antwort des Landesumweltministeriums. »Die Ablagerung auf dafür zugelassenen Deponien oder Deponieabschnitten ist ein in Deutschland übliches Verfahren, das dem Stand der Technik entspricht.« Andere Verfahren, etwa zum Zerstören der Asbestfasern, hätten sich bislang nicht durchsetzen können.

Asbest besteht aus natürlichen Mineralen mit faserartiger Struktur. Sie sind unempfindlich gegen Hitze und lassen sich wegen ihrer hohen Elastizität und Bindefähigkeit mit anderen Stoffen leicht verarbeiten. Deshalb waren sie vor allem in der Bauindustrie beliebt.

Gerade bei der Zerstörung besteht die Gefahr, dass die feinen Fasern eingeatmet werden können. Das kann zu einer chronischen Entzündung führen und letztlich Krebs verursachen. Asbestose genannte Lungenverhärtung ist bereits seit 1936 als Berufskrankheit anerkannt.

Das Umweltministerium in Magdeburg geht davon aus, dass die Menge des in Sachsen-Anhalt zu entsorgenden Asbests in den kommenden Jahren zurückgeht. Für 2020 wird mit 18 500 Tonnen gerechnet, 2025 sollen es noch 17 600 Tonnen sein. dpa/nd

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