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Die Wahl in Zeiten des Terrors

Lokale in Großbritannien geöffnet / Umfragen sagen enges Ergebnis voraus / Linker Labour-Chef Corbyn für 10.000 zusätzliche Polizisten

London. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag die Parlamentswahl in Großbritannien begonnen. Landesweit sind mehr als 47 Millionen Briten aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Premierministerin Theresa May hatte im April überraschend vorgezogene Neuwahlen angekündigt, um sich ein starkes Mandat für die Verhandlungen mit Brüssel über den EU-Austritt ihres Landes zu sichern. Insgesamt bewerben sich mehr als 3000 Kandidaten um die 650 Sitze im Parlament.

Damals hatten ihre konservativen Tories einen satten Vorsprung vor der oppositionellen Labour-Partei. Mittlerweile befindet sich jedoch die Partei von Jeremy Corbyn in manchen Umfragen nur noch knapp hinter Mays Tories. Der Urnengang wird von drei Anschlägen in London und Manchester überschattet, bei denen in den vergangenen drei Monaten 34 Menschen getötet wurden.

Nach den Anschlägen warfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von rund 20.000 Stellen bei der Polizei mitverantwortlich gewesen zu sein. Auf starke Kritik der Opposition stießen ihre Äußerungen, notfalls Menschenrechte einzuschränken, um Terrorverdächtige länger festzuhalten oder schneller abzuschieben. Corbyn verspricht im Wahlprogramm 10.000 zusätzliche Polizisten.

Corbyn wird dem linken Flügel von Labour zugerechnet. Er spricht vor allem junge Wähler an. Sein Ziel: die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern. So will er Studiengebühren abschaffen, die Bahn verstaatlichen und das marode Gesundheitssystem auf Vordermann bringen.

Der rechte Partei Ukip droht unterdessen der Kollaps bei der Wahl. Im Parlament waren die EU-Gegner zuletzt nicht mehr vertreten. Im März war der Inhaber ihres einzigen Abgeordnetensitzes aus der Partei ausgetreten. Agenturen/nd

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