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Erst feiern, dann planen

Basketballmeister Bamberg denkt schon an die Zukunft

  • Von Thomas Häberlein, Bamberg
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der FC Bayern. Immer wieder der FC Bayern. Aus den Lautsprechern schepperte das unvermeidliche »Tage wie diese« von den Toten Hosen, die Feierlichkeiten zur neunten Meisterschaft von Brose Bamberg verlagerten sich so langsam auf den Maxplatz in der Innenstadt, da malte Michael Stoschek den Teufel an die Wand. »Wir müssen uns die Frage stellen«, sagte der Aufsichtsratschef, »ob wir künftig nur noch um den zweiten Platz mitspielen wollen.«

Brose Bamberg ist der Überklub im deutschen Basketball. Der Meistertitel, den die Oberfranken am Sonntag mit einem 3:0 in der Finalserie gegen Oldenburg vollendeten, war der siebte seit 2010, abgerundet durch das vierte Double. Stoschek aber sorgt sich ernsthaft um die Dominanz: »Es ist keine Frage, dass München ein Tempo vorlegen wird, das der Maßstab für alle anderen sein wird.«

Die Sorgen von Stoschek scheinen unbegründet zu sein. Der FC Bayern hat die Siegesserie der Bamberger 2014 durchbrochen, das schon, aber er hat auch in diesem und im vergangenen Jahr jeweils im Halbfinale und jeweils 0:3 gegen die Oberfranken verloren. Der Dauermeister agierte und agiert nach wie vor cleverer, sein Etat von angeblich 18 Millionen Euro liegt dem Vernehmen nach 2,5 Millionen Euro über jenem der Münchner.

Stoschek aber will sich »realistisch« auf die Zukunft einrichten. Er und seine Mitstreiter müssten sich also die Frage stellen: »Wollen wir auf Augenhöhe bleiben, oder wollen wir uns ergeben?« Mit der Vormachtstellung seines Klubs, betont der 69 Jahre alte Unternehmer, »ist es bald vorbei«, der FC Bayern werde »keine Ruhe« geben, »sie werden doch nicht glauben, dass die sich damit zufriedengeben, zweimal mit 0:3 abgewatscht zu werden.«

Damit die Herrschaft der Bamberger nicht einer Hegemonie des FC Bayern weicht, hat Stoschek einen Plan entwickelt. Dieser sieht vor, das 60 Kilometer südlich gelegene Nürnberg stärker einzubinden. »Maximal drei Spiele« wollen die Oberfranken in der dortigen, gut 2000 Zuschauer mehr fassenden Halle bestreiten. Vor allem aber schwebt Stoschek vor, dass Brose Bamberg eine Art Brose Franken wird und Sponsoren und Zuschauer aus Nürnberg anlockt.

»Wir können das von Bamberg aus alleine nicht stemmen«, sagt Stoschek. Im Gespräch ist deshalb auch ein Hallenneubau. Der FC Bayern wird frühestens ab 2020 als Mieter von Red Bull ausgewählte Spiele in der noch zu bauenden neuen Arena im Olympiapark (ca. 11 500 Zuschauer) bestreiten - da möchte der Brose-Boss mithalten. Ein geeignetes Gelände für eine neue Halle (ca. 10 000 Zuschauer statt bisher 6200) in Bamberg gibt es, ob sich diese auch rechnet, weiß Stoschek aber noch nicht.

Einen Schritt weiter sind sie in Bamberg bei der Planung der sportlichen Zukunft. Erfolgstrainer Andrea Trinchieri hat seinen bis 2018 laufenden Vertrag zunächst bis 2019 verlängert, so schnell wie möglich soll nun auch die Kaderplanung abgeschlossen werden. So lange sie in Bamberg Spieler finden wie den Final-»MVP« Fabien Causeur, der seinen überragenden Vorgänger Brad Wanamaker vergessen machte, müssen sie nicht den Teufel an die Wand malen. SID/nd

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