Das bleibt

Dieter Hildebrandt

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Die erste Blütezeit des Kabaretts in Deutschland war eine kurze. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die politische Kleinkunst auf deutsche Bühnen gelangt. Die Pioniere der zeitgeistkritischen Darbietungen waren gezwungen, Einfallsreichtum zu beweisen, um ihre Angriffe auf gesellschaftliche Missstände so zu tarnen, dass die Zensur im Kaiserreich nicht Alarm schlug. Erst mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Ausrufung der Weimarer Republik wurden die Bühnen frei. Das Kabarett erlebte eine Hochphase. Mit der Machtergreifung der Nazis war es damit vorbei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann das Kabarett erneut, dem Zeitgeist die Maske herunterzureißen und Kritik an Restauration und der Reorganisation der alten Seilschaften zu üben. Zu den Künstlern dieser ersten Stunde gehörte Dieter Hildebrandt. Rasch feierte der gebürtige Niederschlesier Erfolge in Münchens Studentenkabarett und wurde schließlich zu einem der einflussreichsten Kabarettisten und kritischen Zeitzeugen der Bundesrepublik. Über ein halbes Jahrhundert prägte der stilbildende Haspler die öffentliche Debatte. Der opulente und mit satirischen Zeichnungen von Dieter Hanitzsch versehene Band »Was aber bleibt« versammelt, zusammengestellt von Hildebrandts Lektor Rolf Cyriax, die wichtigsten Texte des gewaltigen Lebenswerks und setzt dem 2013 verstorbenen Künstler ein Denkmal.

Beginnend mit der studentischen Zeit, geht es über drei Jahrzehnte der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, die Fernsehformate »Notizen aus der Provinz« und den »Scheibenwischer« in die letzten zwanzig Jahre des nimmermüden Künstlers. Neben Auszügen aus den Programmen finden sich Erinnerungen an Weggefährten, aber auch gezielte Invektiven gegen politische Gegner, Medienvertreter, Wirtschaftseliten oder sonstige Honoratioren.

Am artistischen, am kritischen Text wird der künstlerische Werdegang eines echten Humanisten nachvollzogen: Hildebrandts Texte waren geprägt von Liebe zur Sprache als Geburtshelferin von Wahrheit und Aufrichtigkeit. Dazu bediente er sich allerlei Formen: Dialogisches und Theatralisches, Lyrisches und die kommentierende Rede finden ebenso Anwendung wie satirische Aneignungen journalistischer Darstellungsformen. Aus den Zeilen blitzt allenthalben das Schalkhafte, mit dem Hildebrandt seine Angriffe gegen den restaurativen und zunehmend kapitalistischen Mainstream inszenierte. In den letzten Jahren fand der betagte Querdenker zunehmend zu Klartext und schnörkellosen Anklagen des zügellosen Neokapitalismus und der herrschenden Doppelmoral.

Für Freunde des Genres stellt dieser Band eine mehr als empfehlenswerte Lektüre dar. Und wenn auch aus heutiger Sicht der Bezug zu manchen einst bewegenden Debatten schwerfällt und es manchem Konflikt beim lesenden Nachvollzug an Aktualität gebricht, so leistet »Was aber bleibt« dennoch auch für eine breite Leserschaft zweierlei: Als Erinnerungsband stellt er einen Beitrag zur kritischen Geschichtsbetrachtung der Bundesrepublik dar. Und erzählt in Primärtexten von einem Künstlerleben, das geprägt war von Treue zu sich selbst und dem Mut zur Veränderung.

Dieter Hildebrandt: Was aber bleibt. Texte aus fünf Jahrzehnten. Blessing, 544 S., geb., 22,99 €.

Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken