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Hawaii prüft Einführung eines Grundeinkommens

Der US-Bundesstaat will so auf die Automatisierung von Arbeit und soziale Ungleichheit reagieren

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Mein Name ist Chris Lee. Ich bin Abgeordneter im Parlament in Hawaii und habe jahrelang die Diskussionen auf Reddit über ein Grundeinkommen verfolgt und deswegen die Beschlussvorlage 89 eingebracht, die nun von beiden Parlamentskammern angenommen wurde.« So verkündete ein Abgeordneter des Parlaments von Hawaii auf dem Kurzlinkdienst, dass der Inselstaat ein Grundeinkommensmodell für alle entwickeln will. Ihm war offenbar ein Anliegen, die Nachricht zuerst den Reddit-Usern zu verkünden, weil das Internetforum seine Hauptinformationsquelle über Grundeinkommenskonzepte gewesen ist.

Für die Zukunft zu planen sei politisch »nicht sexy« für Politiker, die nur an die nächste Wiederwahl denken würden, doch die steigende Ungleichheit und Obdachlosigkeit in Hawaii mache einen »Paradigmenwechsel« nötig, erklärte Lee. Im Vergleich zu anderen Bundesstaaten hat der Inselstaat die höchste Obdachlosenquote der USA.

Die von Lee eingebracht Beschlussvorlage hat zwei Teile. Im ersten Teil wird zunächst festgestellt, dass alle Familien in Hawaii den Anspruch auf eine »grundlegende finanzielle Sicherheit« haben. Trotz und in Ergänzung zu Arbeitskämpfen um eine Verbesserung von Löhnen sei ein Grundeinkommen nötig. Das stark von Tourismus und Beschäftigung im Dienstleistungssektor abhängige Hawaii sei stärker von der Automatisierung von Arbeit und der »Umwälzung« klassischer Geschäftsmodelle - wie etwa die der Hotelbranche durch die Vermittlungsplattform AirBnB - betroffen. Diese würde »schon jetzt lokale Jobs in signifikantem Umfang« vernichten und zu steigender Ungleichheit führen.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird der Staat Hawaii laut dem Beschluss nun eine Arbeitsgruppe mit Vertretern verschiedener Ministerien, des Parlaments, der Universität von Hawai sowie der Industriegewerkschaft AFL-CIO einrichten. Die Gruppe soll eine Analyse der Bedrohung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung erstellen und Modelle für ein »partielles oder volles universelles Grundeinkommen« vorschlagen. In Zukunft soll das Parlament dann regelmäßig über den Fortschritt der Arbeitsgruppe informiert werden.

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