Eine Zukunft ohne Hitler

Heinrich Gerlachs Roman »Odyssee in Rot« erzählt von Kriegsgefangenen, die im Westen als Vaterlandsverräter galten

  • Von Michael Hametner
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Heinrich Gerlach beginnt seinen Bericht »Odyssee in Rot« mit dem Aufklärungsflug eines deutschen Flugzeugs über Stalingrad. Es ist der Tag, der in den Geschichtsbüchern als letzter Tag der Schlacht um Stalingrad eingetragen ist, der 2. Februar 1943. Auf der ersten Seite findet der Leser Sätze wie diesen: »Wenig Ortschaften duldet der unwirtliche Raum, kleine Häusergewürfel, zaghaft und gleichsam wie auf Probe hingestreut in das unendliche Weiß.« Diese und andere Sätze lassen spüren, dass der Autor ein Gefühl für Sprache besitzt.

Hat Heinrich Gerlach mit »Odyssee in Rot« einen Roman geschrieben oder einen Bericht? Gerade hat der Leser aus der Kanzel des Aufklärungsflugzeugs einen Blick auf das Grab von etwa 150 000 Deutschen und einer halben Million Russen geworfen. Vieles in Gerlachs Buch klingt deshalb nach Bericht, nach illustrierter Geschichte. Trotzdem vermag es der Autor, sich mit erzählerischen Vermögen vom Geschichtsbuch ab...


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