Freunde auf den ersten Blick

Albert M. Debrunner folgt den Wegen des Schriftstellers Hermann Kesten

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Er hat sie fast alle gekannt. Bei Thomas Mann war er häufig zu Gast, in München und Zürich, Sanary, Princeton und Pacific Palisades. Er sah im Parkett des Berliner Lessingtheaters den Proben zu einem Stück Ernst Tollers und Walter Hasenclevers zu, als Heinrich Mann nur Augen für Trude Hesterberg hatte. Carl Sternberg zeigte ihm in Brüssel sein Schloss und die Werke der französischen Impressionisten, die dort hingen. Stefan Zweig erlebte er noch in seinem Haus auf dem Salzburger Kapuzinerberg und später in vielen Ecken Europas und Amerikas. Er saß dabei, wenn Alfred Döblin während der Exiljahre in den Kaffeehäusern am Pariser Montparnasse Witze machte und auf Gott und die Welt schimpfte. Mit vielen war er befreundet, am engsten mit Joseph Roth, den er liebte wie einen älteren Bruder und dessen Werk er 1956 erstmals herausgab, drei Jahre danach auch die Briefe. Es waren »Freunde auf den ersten Blick, Freunde nach einer Buchseite, die ich...


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