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Das Experiment glückt

Nach dem Gruppensieg will die deutsche B-Elf beim Confed Cup jetzt auch unbedingt ins Finale

  • Von Jirka Grahl, Moskau
  • Lesedauer: 4 Min.

Der Konföderationen-Pokal 2017 geht in seine letzte Woche, die Highlights stehen bevor: Noch zwei Halbfinalspiele, das Spiel um Platz drei und das Finale am Sonntag, dann ist auch die Generalprobe zur Fußball-WM 2018 in Russland geschafft. Und für die deutsche Mannschaft läuft das Turnier noch immer wie am Schnürchen. Nach dem 3:1 gegen Kamerun in Sotschi zog das Perspektivteam um Kapitän Julian Draxler als Sieger der Gruppe B in die Vorschlussrunde ein.

Nicht nur ein Aufeinandertreffen mit Europameister Portugal war vermieden worden, sondern auch ein erneuter Umzug nach Kasan, weswegen Bundestrainer Joachim Löw der Mannschaft am Montag einen freien Tag gewährte. Nach einem Regenerationstraining am Morgen hatten Julian Draxler und Kollegen bis zum Abend Freizeit in Sotschi. Bis zum Halbfinale gegen Mexiko am Donnerstag, das wieder im Fischt-Stadion ausgetragen wird, bleibt noch genügend Vorbereitungszeit.

»Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, wie sie das in den ersten drei Spielen gemeistert haben«, hatte Löw seine Spieler bereits am Sonntagabend nach dem Abpfiff gelobt. Seine Idee, neue Spieler unter Wettkampfbedingungen auf ihre mögliche Einsetzbarkeit bei der WM 2018 zu testen, funktioniert so gut, dass auch seine Neulinge mittlerweile immer fordernder auftreten: »Wir wollen noch nicht so vermessen sein und sagen: Wir wollen jetzt das Turnier gewinnen«, erklärte der Leipziger Timo Werner, der gegen Kamerun gleich zwei Treffer beigesteuert hatte und bereits jetzt als ernstzunehmender Anwärter für einen Platz im WM-Team gelten darf. »Das nächste Ziel ist, das Finale zu erreichen.«

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Kamerun hatte der Bundestrainer dabei eine seiner Ankündigungen von vor dem Turnier wahr gemacht. Er verhalf auch vier Feldspielern, die bisher noch ohne Einsatzzeit geblieben waren, zu einem Auftritt. Dem Hoffenheimer Kerem Demirbay war es bei seiner Premiere sogar vorbehalten, den ersten Treffer zu erzielen - in jenem Spiel, das zumindest Statistiker für besonders hielten: Es war Joachim Löws 100. Sieg im 150. Spiel als Bundestrainer.

Dass es bei diesem Confed Cup auch anders laufen kann, hätte beinahe Turnierfavorit Chile in Moskau am eigenen Leibe erfahren müssen. Arturo Vidal und Kollegen hatten im Spartakstadion ihre liebe Mühe, im direkten Duell gegen Australien nicht noch ins Hintertreffen zu geraten. Während der Anfangsminuten hatte der Südamerikameister noch die Kontrolle im Mittelfeld, doch mit fortschreitender Spieldauer muckten die Australier auf. Offensivoldie Tim Cahill und vor allem sein Kollege James Troisi brachten die Abwehr der hochgelobten Chilenen immer wieder ins Schwimmen, so dass Troisis’ Lupfer zum 1:0 in der 42. Minute absolut folgerichtig fiel.

Hätte Trent Sainsbury drei Minuten später seine Großchance zum 2:0 genutzt, hätten die Australier zu diesem Zeitpunkt den Halbfinaleinzug gesichert gehabt. Doch der Innenverteidiger jagte den Ball nach einer Volleyvorlage Cahills aus fünf Metern frei stehend über das chilenische Tor. Auch nach dem Seitenwechsel war Australien das bessere Team, schaffte es aber letztlich nicht, die Überlegenheit in weitere Tore umzusetzen. Stattdessen glichen die Chilenen aus: Der eingewechselte Martín Rodríguez traf zum 1:1.

Chiles Nationaltrainer Juan Antonio Pizzi lobte den starken Auftritt des Außenseiters. »In diesem Spiel ist es uns am schwersten gefallen, unser Spiel durchzubringen«, befand Pizzi. »Der Gegner ist sehr gut und aggressiv aufgetreten. Sie haben sich bei vielen Gelegenheiten, bei denen wir unsere Stärken ausspielen wollten, im Zweikampf durchgesetzt. Das war ein sehr unbequemes Spiel.«

Vor dem Halbfinale am Mittwoch in Kasan gegen Cristiano Ronaldo und seine portugiesischen Kollegen ist den Chilenen trotz ihrer Mühen gegen den Außenseiter keineswegs bange: Bayern-Abräumer Arturo Vidal jedenfalls wollte keine besondere Gefahr in Superstar Ronaldo erkennen: »Cristiano ist ein Schlaumeier, für mich existiert er gar nicht«, gab sich Vidal gewohnt kriegerisch. Immerhin: Die Chilenen haben hier die größte Fangemeinde aller ausländischen Mannschaften hinter sich. Im Spartakstadion sorgten sie zumindest für eine würdige Kulisse. In Kasan am Mittwoch gegen Portugal wird das nicht anders sein.

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