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Hamburg schmeißt Berliner Polizisten raus

Nach »Sex in der Öffentlichkeit« und »Urinieren in der Öffentlichkeit« müssen mehrere Hundertschaften die Hansestadt vorzeitig verlassen

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 3 Min.

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Offenbar scheinen bei einem Teil der in Hamburg stationierten Polizisten die Nerven bereits blank zu liegen. Zumindest drei Berliner Hundertschaften mit mehr als 220 Beamten wurden bereits vorzeitig wieder aus der Hansestadt abgezogen, da es in ihrer Unterkunft ein »Fehlverhalten« gegeben haben soll. Dies erklärte die Berliner Polizei selbst am Dienstagmorgen über ihren Twitteraccount. »Wir haben Stellungnahmen angefordert und werden anschließend über Konsequenzen entscheiden«, heißt es weiter in der Meldung.

Ein Polizeisprecher, der seinen Namen nicht genannt haben will, bestätigte gegenüber »nd« Vorwürfe nach »Sex in der Öffentlichkeit«, »Urinieren in der Öffentlichkeit« sowie den »Tanz einer Beamtin im Bademantel mit einer Waffe auf dem Tisch«. Die betroffenen Hundertschaften wären in einem »Containerdorf« auf einem Kasernengelände in Bad Segeberg, nordöstlich von Hamburg, untergebracht gewesen.

Die linksradikale Berliner Gruppe »TOP«, die auch zu den Protesten gegen den G20-Gipfel mobilisiert, zeigte in sozialen Netzwerken Humor. Dort erklärte sie: »Nein, wir haben kein Problem mit Polizist*innen die an Zäune urinieren und Sex in der Öffentlichkeit haben. Denn dabei verprügeln sie immerhin keine Leute oder schieben Menschen ab.«

Auch die linke Punkband »Feine Sahne Fischfilet« stimmte dieser Sicht zu: »Niemand kann ernsthaft etwas gegen Polizisten haben, die an Zäune pinkeln und in der Öffentlichkeit ficken! In der Zeit können die Jungs und Mädels keine Berufsschüler verprügeln, Orte wie den Kiezladen Friedel54 räumen oder Menschen nach Afghanistan abschieben.«

Laut einem Bericht der »BZ-Berlin« soll es sich bei den Einheiten um die 14., 15., und 32. Einsatzhundertschaft handeln. Seit vergangenem Sonntag seien sie in der Hansestadt im Dienst gewesen, am Montagabend wären sie dann aus dem Einsatz zurückgezogen worden.

Die Polizisten seien nach Informationen der Zeitung aufgrund ihrer Feiervorliebe »bewusst« in einer ehemaligen Asylbewerberunterkunft untergebracht worden. Der Ordnerdienst sei angewiesen gewesen, jeden Verstoß zu dokumentieren. Die Wachschützer hätten dann später beobachtet, wie ein »Polizistenpärchen in aller Öffentlichkeit Sex an einem Zaun« hatte. Beamte hätten zudem nach einer »lautstarken Party gemeinsam in einer Reihe an einen Zaun uriniert«. Eine Kollegin habe »nur in einem Bademantel mit einer Waffe in der Hand« auf dem Tisch getanzt. Nach »rbb«-Informationen kam es außerdem zu einer Schlägerei mit einer Einheit aus Wuppertal.

Die Polizisten hätten ihr Verhalten damit gerechtfertigt, dass es »keine Fernseher, kein Freizeitangebot« gegeben habe. Man habe »aufeinander gehockt« und sich »gelangweilt«.

Nach »B.Z.-Informationen« wusste der Hamburger Polizeiführer Hartmut Dudde bereits aus der gemeinsamen Zeit während des Castor-Einsatzes in Gorleben, wie exzessiv die Berliner außerhalb des Dienstes »feiern« würden.

Vom 7. bis zum 8. Juli sollen fünf neue Hundertschaften aus der Hauptstadt in Hamburg im Einsatz sein. Zu der Frage, ob diese nach dem Bekanntwerden der aktuellen Vorwürfe ein weiteres Briefing erhalten, wollte sich der Polizeisprecher gegenüber »nd« nicht äußern.

Bereits 2014 erlangte die mittlerweile aufgelöste 23. Berliner Hundertschaft unrühmliche Bekanntheit, nachdem nach einer Feier ein fragwürdiges Video aufgetaucht war. Die Bilder zeigten unter anderem Beamte in Dessous, die inszenierte Versteigerung eines »Autonomen« sowie simulierten Oralverkehr mit einem Mann, der einen Turban trägt und später mit einer Pistole am Kopf abgeführt wurde.

Die 23 Polizei-Hundertschaft aus Berlin mal ganz "privat"

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