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Draculas Tochter spielt im Goethesaal

Sachsen-Anhalt: In Rübelands Baumannshöhle sind neue Aufführungen zu erleben

  • Von Uwe Kraus, Rübeland
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Hallenser Kulturreederei und das Theater der Tiefe aus Thale gastieren in diesem Sommer erstmals in der Rübeländer Baumannshöhle im Ostharz. Bei ganzjährig konstant acht Grad unter der Erde erwarten Blutsauger das Publikum: »Der kleine Vampir« und »Camilla - Draculas Tochter«. Von den schillernden Tropfsteinen in der Baumannshöhle war schon Altmeister Goethe beeindruckt. Er wurde Namensgeber des größten Hohlraums der Höhle, heute Goethesaal genannt. Hier spielen seit Generationen Theaterensemble ihre Stücke.

Ob »Das kalte Herz«, die »Reise zum Mittelpunkt der Erde« oder »Caveman« - es zieht das Publikum ganzjährig an diese besondere Spielstätte. Wer nicht ins Theater will, der kann sich bei regelmäßigen Taschenlampenführung auf Entdeckungsreise begeben. Wobei man im Harzort Rübeland gleich doppelt in die Höhle gehen kann. In der benachbarten Hermannshöhle leben die sieben deutschlandweit einzigen Grottenolme, eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Knochen eines Höhlenbären.

2016 nutzten Schauspieler aus Halle ihre spielfreie Zeit, um die Region zu erkunden und landeten bei einem Ausflug in der Baumannshöhle. Kennengelernt haben sich die Schauspieler beider Theatergruppen ein Jahr zuvor, als sie in der Inszenierung »Laroranja« auf der Waldbühne Altenbrak spielten. »Der Harz hält uns gefangen«, sagt Martin Kreusch.

Der künstliche Wolfgangsee macht den Goethesaal in der Rübeländer Höhle zu einer überaus reizvollen Theaterkulisse. »Die begeisterte uns als Spielstätte und die Rübeländer haben unsere Idee freudig aufgenommen«, erinnert sich Julia Schmidt. Sie führt in diesem Sommer gemeinsam mit Kreusch Regie bei den beiden Inszenierungen. Jeweils zehnmal flattert der Vampir Rüdiger von Schlotterstein zum zehnjährigen Anton, treffen die Zuschauer auf Camilla.

»Der kleine Vampir« gilt als Klassiker. Für »Camilla - Draculas Tochter« entstand eine eigene Fassung, die die drei bemerkenswertesten Vampire-Geschichten der Welt zu einem Theaterspektakel verquickt. »Es ist nichts für ängstliche Naturen«, meinen die Schauspieler, die den Raum der Höhle auf sich und die Zuschauer wirken lassen. Optisch gibt es zur »Kleinen Vampir«-Vorlage von Angela Sommer- Bodenburg nur eine Veränderung: Statt im Neubaublock spielt ein Teil der Geschichte beim Camping am unterirdischen Wolfgangsee. Dafür wurde ein Nachbau des Dübener Eies in die Baumannshöhle gestellt, ein ebenso markanter wie legendärer DDR-Campinganhänger.

Ein anderes Gefährt lässt übrigens das Freie Theater Harz regelmäßig per Rübelandbahn in Richtung Höhle rollen: »Mit Volldampf nach Atlantis« heißt die Dampfloksonderfahrt mit der historischen »Bergkönigin« von Blankenburg (Harz) nach Rübeland zum Jule-Verne-Stück namens »Atlantis«.

Informationen im Netz unter: www.harzer-hoehlen.de

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