Nicht genug Zündstoff

Maria Jordan zweifelt am Gehalt einer Pyrotechnikstudie der UEFA

Der europäische Fußballverband mag keine Pyrotechnik. Am liebsten will er sie endgültig aus den Stadien verbannen. Bis dahin können die Strafen nicht hart genug sein. Nun gab die UEFA eine Prüfung potenzieller Gefahren durch Pyrotechnik in Auftrag, die praktischerweise zu dem Schluss kommt: Der sichere Gebrauch ist in den Zuschauerbereichen unmöglich.

Der »wissenschaftliche Bericht«, auf den sich die UEFA bezieht, stützt sich jedoch auf keinerlei empirische Untersuchungen – es werden weder Verletzungen durch Pyrotechnik in Fußballstadien aufgeführt, noch wurden die Pyroartikel in diesem Kontext untersucht. Stattdessen werden vorhersehbare Risiken von allen möglichen Feuerwerksartikeln – »brennt«, »qualmt«, »raucht«, »funkt« – erläutert. Die verwendeten Fotos stammen größtenteils weder aus Stadien, noch haben sie einen Bezug zu Sportveranstaltungen. Trotzdem kommt die UEFA zu dem Schluss: »Es gibt keinen Platz für Pyrotechnik auf Tribünen in Fußballstadien.«

Ein Angriff auf die Fankultur soll das nicht sein. Vielleicht sollte die UEFA trotzdem mal nach Norwegen oder Dänemark schauen, wo gemeinsam mit den Fans Strategien für die sichere Nutzung von Pyrotechnik entwickelt werden, statt sich Argumente von pseudowissenschaftlichen Studien liefern zu lassen.

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