Werbung

US-Politiker sorgt mit Video in Auschwitz für Empörung

Anne Frank Center: Ehemaliges Vernichtungslager ist kein »Fernsehstudio« / Republikaner Clay Higgins bittet um Entschuldigung

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Auschwitz. Der US-Kongressabgeordnete Clay Higgins hat mit der Veröffentlichung eines Videos aus dem Inneren einer früheren Gaskammer des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau für Empörung gesorgt. In den Aufnahmen beschreibt der republikanische Abgeordnete aus Louisiana vor den Brennöfen die Gräueltaten der Nationalsozialisten, die sich dort abspielten. Dann spricht er über die Gegenwart: »Die Welt ist heute viel kleiner geworden als während des Zweiten Weltkrieges. Die USA sind heute viel zugänglicher für Terror wie diesen, für Horror wie diesen«, erklärt er und fügt hinzu: »Es ist schwer, von den Gaskammern und Öfen wegzugehen ohne ein sehr ernsthaftes Gefühl der Entschlossenheit, eine unerschütterliche Entschlossenheit, verdammt nochmal sicherzustellen, dass die USA vor dem Übel der Welt geschützt sind.«

Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau verurteilte den Auftritt des Politikers als pietätlos. »Jeder hat das Recht, das Gesehene zu reflektieren«, hieß es in einer Stellungnahme des Museums auf Twitter. »Dennoch sollte im Inneren einer früheren Gaskammer andächtige Stille herrschen. Der Ort ist keine Bühne.« Auch der Vorsitzende des »Anne Frank Center for Mutual Respect«, Steven Goldstein, reagierte entrüstet auf das Video. Er betonte, dass es sich bei Auschwitz nicht um ein »Fernsehstudio« handele. Und der polnische Ober-Rabbiner Michael Schudrich erklärte: Es sei »äußerst verstörend«, wenn jemand eine Gaskammer nutze, um dort seine politische Meinung kundzutun.

Higgins entschuldigte sich am Mittwoch. Das Video war am Samstag auf seinem offiziellem Youtubekanal hochgeladen worden. Inzwischen wurde es gelöscht.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war zwischen 1942 und 1945 im damals besetzten Polen das größte NS-Vernichtungslager. Mehr als eine Million Menschen wurde im Zweiten Weltkrieg dort ermordet, die meisten waren Juden. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!