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Leipzigs Handballerinnen bleiben erstklassig

Der HCL erhält nach dem überraschendem Urteil des Schiedsgerichts nun doch die Lizenz für die Bundesliga, muss aber harte Auflagen erfüllen

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Leipzig. Der Schuldenberg ist immer noch immens. Aber der sechsmalige deutsche Frauen-Handballmeister HC Leipzig hat den Zwangsabstieg in die 3. Liga vorerst abgewendet. Bei der Verhandlung vor dem unabhängigen Schiedsgericht in Frankfurt am Main wurde am Freitag dem Einspruch des mit 1,3 Millionen Euro verschuldeten HCL gegen die Verweigerung der Bundesligalizenz durch den Ligaverband HBF stattgegeben.

Wie die HBF mitteilte, entschied das Schiedsgericht unter dem Vorsitz der früheren deutschen Radverbandspräsidentin Sylvia Schenk sowie den Beisitzern Markus Sikora und Alexander Wild, dass der Ligaverband dem siebenmaligen Pokalsieger die Erstligalizenz unter zwei bis kommenden Freitag zu erfüllenden Bedingungen erteilen muss.

Demnach muss Leipzig bis zum 14. Juli die unwiderrufliche Einzahlung einer Eigenkapitalerhöhung in Höhe von 600 000 Euro nachweisen, hieß es in der Mitteilung. Erfolgt der Nachweis gegenüber dem Schiedsgericht nicht fristgerecht, gilt die Lizenz als nicht erteilt. Als weitere nachfolgende Bedingung ist der Nachweis der Auszahlung aller noch ausstehenden Löhne bis einschließlich Juni 2017 geknüpft. »Wir sind sehr erleichtert und danken ausdrücklich dem Anwaltsteam für ihre exzellente Arbeit in diesem nicht ganz einfachen Verfahren«, sagte der Leipziger Manager Kay-Sven Hähner.

Dem Verein war wegen der Schulden und eines gescheiterten Sanierungskonzepts zunächst die Lizenz verwehrt worden. Eine Beschwerde dagegen hatte die HBF danach abgelehnt, Leipzig war gezwungen, vor das Schiedsgericht zu ziehen. Und hatte nun Erfolg - vorerst.

»Ich habe gleich Gänsehaut bekommen, als ich es das gehört habe. Das ist toll. Ich hoffe, dass alle Beteiligten aus ihren Fehlern lernen und dass die nächste Saison als Übergang genutzt werden und die Liga gehalten werden kann«, sagte die deutsche Rekordnationalspielerin Grit Jurack, die mit Leipzig einst zwei Meistertitel und Pokalsiege holte.

Damals - vor rund zehn Jahren - nannte sich der HCL gern »FC Bayern des Frauen-Handballs«. Doch durch die innerstädtische Konkurrenz von Fußball-Bundesligist RB und den Bundesligahandballern vom SC DHfK verschob sich das Interesse vieler Sportfans. Die Zuschauerzahlen bei den mehrmals zu Sachsens Mannschaft des Jahres gewählten Handballerinnen sanken stetig, auch weil sportliche Erfolge ausblieben. Sponsoren reduzierten ihr Engagement, gingen ganz oder zahlten einfach nicht mehr. Die besten Spielerinnen haben den Klub daher längst verlassen.

Vor allem aber muss sich der einstige Erfolgsmacher Hähner den Vorwurf der Misswirtschaft gefallen lassen. Er war der alleinige Entscheider. »Ich habe meine Anteile daran, dass die Situation so ist, wie sie ist«, hatte er vor Wochen bei Offenlegung der Misere zugegeben. Aber auch die Kontrollgremien hätten angesichts der Bilanzen schon früher einschreiten müssen.

Jetzt hat Hähner eine Woche Zeit, um die Lizenz endgültig fix zu machen. Das Rettungskonzept sieht zahlreiche Gläubigerverzichte, einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 200 000 Euro und neues Geld von privaten Investoren vor. Zudem hatte der HCL auf einem Unterstützerkonto Geld eingesammelt. dpa/nd

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