Von Tomas Morgenstern

Und ewig grüßt der Flughafen

Tomas Morgenstern über die jüngsten Aussichten für die Eröffnung des BER

Berlins ewige Baustelle, der Flughagen Berlin-Brandenburg (BER).
Berlins ewige Baustelle, der Flughagen Berlin-Brandenburg (BER).

Nachdem die bombastische Feier, mit der der Hauptstadtflughafen BER in Betrieb gehen sollte, im Juni 2012 in letzter Minute abgeblasen wurde, rollte eine Welle der Häme durchs Land. Dennoch zweifelte damals kaum jemand daran, dass der Airport im wesentlichen fertig war. Einige Bau- und Planungspannen später regte einmal ein Spötter an, als Eröffnungstermin doch den 100. Geburtstag von Klaus Wowereit anzupeilen, den 1. Oktober 2053. Der damalige Regierende Bürgermeister hatte als Flughafenaufsichtsratschef wohl mehr als eine Aktie am Dauerchaos in Schönefeld.

Seit unglaublichen fünf Jahren werden die Berliner, Brandenburger und überhaupt alle Flugreisenden mit der Aussicht auf einen modernen Hauptstadtlughafen vertröstet. Der Eröffnung stehen ungelöste Technikprobleme im Terminalgebäude, an Brandschutzsystem und Sicherheitstüren im Weg - in einem Land, das viel auf seine Ingenieurskunst hält.

Karsten Mühlenfeld musste im Frühjahr als Flughafenchef gehen, als er die für 2017 versprochene Inbetriebnahme nicht halten konnte und das Jahr 2018 ins Gespräch brachte. Nun nimmt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller Kurs auf 2019. Vielleicht wird Berlin ja der Fertigstellung des BER nie wieder so nahe kommen wie 2012? »Glauben Sie mir, lustig finde ich das nicht«, hat Müller gesagt. Damit ist er nicht allein.

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