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»Ich wurde plötzlich hart - und weinte«

Thomas Billhardt zur Verantwortung von Fotografen, Verbrechen zu dokumentieren und Solidarität zu befördern

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 15.0 Min.

Herr Billhardt, würden Sie sich mit dem Pulitzerpreisträger Nick Út vergleichen, der 1972 das Foto von den vor einem Napalmangriff fliehenden vietnamesischen Kindern von My Lai, Son My, schoss?
Nein. Ich würde das Foto aber auch gemacht haben, wenn ich an der Stelle von Nick Út gewesen wäre. Die Nordvietnamesen erlaubten mir leider nicht, auch nur in die Nähe des Ho-Chi-Minh-Pfads zu gelangen. Ich wollte den Krieg sehen, riechen, schmecken, mit erleiden - authentische Fotos machen.

Das haben Sie aber doch!
Ja, die Bombenangriffe waren erschütternd genug. Man wusste, wieder einmal wird gestorben. Wieder verliert eine Mutter ihr Kind, ein Kind die Mutter. Ich wollte nie nur ein zerstörtes Haus, Trümmer oder Granattrichter zeigen, sondern Bilder machen, die ans Herz gehen. Nicht nur die Kamera hinhalten und knipsen, sondern Symbole einfangen, die Empörung erregen, Mitgefühl erzeugen und die Solidarität befördern. Die Vietnamesen wa...


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