Der Tisch ist nicht gedeckt

Ecuadors Regierung will sich wegen Finanzproblemen nicht mehr an die beschlossene Ölförderkürzung halten

  • Von Jürgen Vogt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Ecuador setzt weiter voll aufs Öl. »Wir können unsere Produktion nicht um 26 000 Fass pro Tag auf 522 000 Fass senken«, sagte Erdölminister Carlos Pérez vor wenigen Tagen im Fernsehsender Teleamazonas. Damit steigt Ecuador als erstes Mitglied der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) aus der gemeinsamen Vereinbarung über Förderkürzungen aus. Die Staatskasse sei leer und eine Ausweitung der Fördermenge daher unvermeidlich, rechtfertigte Pérez den spektakulären Schritt.

Öl ist Ecuadors wichtigstes Exportgut. Ein Drittel der im Vorjahr erzielten 16,8 Milliarden Dollar an Ausfuhrerlösen stammt aus dem Geschäft. Doch wie alle Ölexporteure stöhnt auch Ecuador unter dem gefallenen Weltmarktpreis und dadurch stark gesunkenen Staatseinnahmen.

Im November hatten sich die Staaten der OPEC und das Nichtmitglied Russland auf die Reduzierung ihrer Fördermenge geeinigt. Mit der Verknappung des Angebots sollte der Weltmarktpreis ge...

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