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Retter finden 13 Tote auf Schiff vor der Küste Libyens

Insgesamt befanden sich fast 170 Menschen auf dem überladenen Schlauchboot

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Rom. Vor der Küste Libyens haben Seenotretter mindestens 13 Tote auf einem überladenen Schiff entdeckt. Unter den Toten seien auch mehrere schwangere Frauen und Mütter, erklärte die spanische Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Demnach befanden sich 167 Menschen auf dem Schlauchboot, das im Meer trieb. Die italienische Küstenwache bestätigte die Opferbilanz.

Vor allem Geflüchtete aus dem südlichen Teil Afrikas treten von Libyen aus die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer ins rund 300 Kilometer entfernte Italien an. Fast 94.000 Menschen erreichten seit Jahresbeginn die italienischen Küsten, wie das Innenministerium in Rom mitteilte. Das entspricht einer Steigerung von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

​Die EU-Kommission hat Italien mehr Unterstützung und bis zu 100 Millionen Euro zusätzlich angeboten. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Brief von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an den italienischen Regierungschef Paolo Gentiloni hervor. Zuvor hatte Italien seinen Widerstand gegen die Verlängerung der Operation »Sophia« vor der libyschen Küste aufgegeben. Dort kann die EU also mindestens bis Ende 2018 weiter Geflüchtete aus Seenot retten.

Italien hatte sich zuletzt quer gestellt. Denn die bei »Sophia« geretteten Menschen werden in italienische Häfen gebracht, und das Land fühlt sich bei der Unterbringung allein gelassen. Die zusätzlichen Mittel von bis zu 100 Millionen Euro könnten zur Geflüchtetenhilfe vor Ort eingesetzt werden, hieß es von Seiten Junckers. Zudem erklärt er, die Verteilung von Ankommenden in andere EU-Länder sowie Abschiebungen zu beschleunigen.

Die Gespräche zwischen der italienischen Regierung und Hilfsorganisationen über einen Kodex zur Seenotrettung wurden unterdessen vertagt, wie die Gruppe Sea-Eye mitteilte. Die Gespräche seien von dem italienischen Innenminister Marco Mortone nach 75 Minuten abgebrochen worden. Sie sollten am Freitag fortgesetzt werden. Die Seenotrettungs-Organisation rechnet nach eigenen Angaben damit, dass ein »tragbarer Kompromiss« erreicht werden kann, denn viele Vorgaben würden schon jetzt erfüllt.

Die Hilfsorganisation Sea-Watch bezeichnet den Verhaltenskodex zur Seenotrettung in einer Pressemitteilung am Mittwoch als »rechtswidrig«. »Die NGOs tragen derzeit die Hauptlast der humanitären Krise auf dem Mittelmeer und werden damit alleine gelassen«, sagt Axel Grafmanns, Geschäftsführer bei Sea-Watch. Anstatt Lösungsansätze zu entwickeln, würden zivile Rettungskräfte in die Mangel genommen. Die Seenotrettungsorganisation habe sich dazu entschieden, ein weiteres Rettungsschiff in Einsatz zu bringen, um auf die humanitäre Krise auf dem Mittelmeer reagieren zu können.

Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr mehr als 2370 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Agenturen/nd

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