Suff und Puff

Chanson & Pop: Faber

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Der neueste austauschbare Flausch- und Wuschelmann, der durch die Charts getrieben wird, heißt Julian Pollina, nennt sich Faber und hat in seinem früheren Leben Stimmungslieder auf Hochzeitsfesten gesungen.

Seine Musik folge »keinem Trend«, sagt der Mittzwanziger. Wer so etwas sagt, dem ist vorerst zu misstrauen. Denn er spricht selbst freiwillig und ohne Not in der Deppensprache des Musikgeschäfts. Und auch die veröffentlichten Interviews mit dem Künstler zeigen, dass es sich bei ihm nicht gerade um die am hellsten strahlende Leuchte im Lampengeschäft handelt.

Die Medien finden ihn logischerweise großartig, was in den meisten Fällen ein schlechtes Zeichen ist. Sie schreiben dann, dass seine Musik »keinem Trend folgt«. Hat der Künstler ja selbst so gesagt: »folgt keinem Trend«. Und der muss es schließlich wissen.

In der Regel wird von den Medien das Gefällige, das Mittelmäßige und widerstandslos durch die herrschende Verblödungsideologie Gleitende geschätzt, das »keinem Trend folgt«. Ein öder, biederer FDP-Schlagerpop von der Sorte AnnenMayKantereit und Tim Bendzko also, den all jene jungen, biederen, proper gekleideten, an fortgeschrittenem Optimismus erkrankten Menschen mögen, die oft auf Hochglanzplakaten der Jugendorganisationen politischer Parteien abgebildet sind bzw. so aussehen, als könnten sie jederzeit dort abgebildet sein.

Einer wie Faber, der mit den Klischees einer mindestens genauso öden melancholisch-testosterongetränkten Männlichkeit spielt, wird nun dem Publikum als eine Art lebende Antithese zum faden Bausparkassenpop angedreht. Mit schlimmen schmutzigen Wörtern, »drastischen Zeilen, die natürlich auch anecken (sollen)« (»Badische Zeitung«), »saftiger Sprache« (»Spiegel Online«) und »prollig-warmem Geraune« (»Stern«) lehre er all die anderen Schlagerlangweiler, dass man nicht hirn- und humorlose Phrasen aneinanderreihen müsse, um Erfolg zu haben. Auch die Springerpresse bejubelt brav die angebliche »Elendspoesie« des Schweizer Sängers, »die in manchen Songs fast schon expressionistische Höhepunkte hat« (»Die Welt«), und lügt den Chansonsänger zur widerständigen »Rebellenfigur« um, »die raucht, säuft und ›blasen‹ und ›ficken‹ singt«. Derlei Gehabe sei »Ausdruck eines neuen Intensitätsverlangens, das sich derzeit in allen Künsten Bahn bricht« (»Die Welt«). Die »Zeit« will, ganz ähnlich, im Debütalbum des Schweizers aufregende »Gossenpoesie« und »Säuferromantik« erkannt haben bzw. betrachtet es als eine »Platte zwischen Suff, Bordstein und Puff«.

Wäre aber tatsächlich jeder sturzbesoffene Junggesellenabschiedsteilnehmer, der laut genug seine jederzeitige Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr verkündet, eine »Rebellenfigur«, könnten wir uns in diesem Land vor Rebellenfiguren kaum retten.

Faber: »Sei ein Faber im Wind« (Vertigo/Universal)

Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken