Werbung

»Ich hoffe, dass sie die Schienbeinschoner dran haben«

Wie sich der Provinzklub Huddersfield Town in der englischen Premier League behaupten will

  • Von Thomas Niklaus, Kirchberg in Tirol
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Pep Guardiola, José Mourinho, Antonio Conte, Arséne Wenger, Jürgen Klopp, David Wagner... Wagner? »Passt nicht, oder?«, sagt Wagner bei der Auflistung selbst - und lacht herzhaft. Doch was sich abwegig anhört, ist seit dem märchenhaften Aufstieg des kleinen Huddersfield Town in die große Premier League längst Realität geworden. Der 45-Jährige gehört als Trainer der »Terriers« nun zum Establishment im Weltfußball.

Am 12. August beginnt für das Team des deutschen Trainers und seine sechs deutschen Profis das Abenteuer bei Crystal Palace: Doch Angst vor den beiden Klubs aus Manchester, vor Meister Chelsea, Arsenal oder Tottenham, die alle mit Millionen nur so um sich werfen? Fehlanzeige!

»Wenn ein Spieler 100 Millionen kostet und der steht neben dir auf dem Platz, dann kämpft man mit dem auch um den Ball. Und den werde ich auf meine Art und Weise genauso nett behandeln wie einen Spieler in der Championship. Da gibt es keine Rücksicht«, sagt Verteidiger Michael Hefele, bis 2016 in Unterhaching, Fürth und Dresden aktiv: »Ich hoffe, dass sie die Schienbeinschoner dran haben. Dann geht es los.«

Die Euphorie um den kleinen Klub aus der 150 000-Einwohner-Stadt in West Yorkshire ist riesig. Und mittendrin der frühere Mainzer Wagner, bester Kumpel von Klopp, und seine Deutschen wie eben Hefele, Chris Löwe, Elias Kachunga oder Christopher Schindler. Mit ihnen hatte in der vergangenen Saison sensationell der Erfolg Einzug gehalten beim englischen Meister von 1924, 1925 und 1926. Doch es gibt nicht wenige Experten, die eine Ende des wundersamen Aufstiegs prophezeien und Huddersfield in der Premier League als Absteiger Nummer eins sehen.

In dieser Rolle fühlen sich die »Terriers« wohl. »Das war alles ein Traum, jetzt ist es Realität. Wir sind aber auch nicht aufgestiegen, um Hallo zu sagen oder Fotos zu machen, sondern um uns durchzubeißen«, betont Hefele: »Wir haben die ersten Kapitel geschrieben, jetzt kommen die nächsten dran.« Heißt zunächst: Klassenerhalt, auch wenn der 26-Jährige sagt: »Es gibt keine Limits.« Ein Satz, den auch Wagner im im Trainingslager in Tirol mit Nachdruck unterstreicht: »Wir wollen uns kein Limit setzen und uns selbst beschneiden.« Die Zuversicht sei zwar »nicht grenzenlos, aber ausreichend. Wir haben eine Chance. Es liegt an uns, was wir daraus machen.«

Bescheidene 43 Millionen Euro hat Huddersfield bislang in neue Spieler investiert. Teuerster Einkauf ist Stürmer Steve Mounié, der für 13 Millionen aus Montpellier kam _ für englische Verhältnisse ein echtes Schnäppchen.

Doch das ist für Wagner nicht entscheidend. »Wir wissen, dass wir in dieser Liga finanziell nicht mitspielen können. Das war aber letzte Saison schon genau so. Auch da waren wir nur unter den letzten Fünf. Wir wissen, dass wir neue Wege finden müssen«, betont der Deutsch-Amerikaner.

Doch so neu werden diese Wege für Huddersfield auch in der Premier League nicht sein. »Wir müssen ganz, ganz extrem über unser Team kommen, über unsere Identität, über unsere sehr aggressive Art des Fußballspielens. Wir wollen unangenehm sein«, sagt Wagner, »dann schauen wir mal, wie die Anderen damit zurecht kommen«.

Wenn man am Ende der Saison dann sagen könne, so Wagner weiter, »wir haben das Maximale für Huddersfield herausgeholt, dann sind wir 100 Prozent glücklich und auch auf einem Tabellenplatz, der uns berechtigt, auch eine weitere Saison in der Premier League zu spielen.« Mit Guardiola, Wenger, Klopp oder Mourinho. SID/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen