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Schwesig fordert höhere Löhne für den Osten

SPD-Vizin: Müssen »dringend weiter die Tarifbindung stärken« / Beschäftige im Osten arbeiten mehr, verdien aber weniger

Berlin. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), fordert mehr Respekt vor der Lebensleistung der Menschen in Ostdeutschland und eine Angleichung ihrer Löhne an das Westniveau. »Die Menschen in den ostdeutschen Bundesländern haben sich durchgekämpft, obwohl es nicht immer leicht war«, sagte die SPD-Vizechefin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. »Millionen ostdeutscher Biografien sind persönliche Erfolgsgeschichten, die vom Kampfgeist und der Lebensleistung der Menschen zeugen.« Nach der Angleichung der Renten im Osten müsse nun auch die Angleichung der Löhne kommen.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nimmt im Wahlkampf in den nächsten Tagen verstärkt den Osten in den Blick und besucht an diesem Dienstag und Mittwoch Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. »Wir brauchen bessere Löhne im Osten«, mahnte Schwesig. »Das geht nicht per Gesetz, deshalb müssen wir dringend weiter die Tarifbindung stärken, die im Osten noch immer schwach ist.«

Ostdeutsche verdienen im Schnitt weniger als Westdeutsche, obwohl sie länger arbeiten. Nach neuen Statistiken aus Bund und Ländern arbeiteten Beschäftigte in den neuen Ländern (ohne Berlin) im vergangenen Jahr durchschnittlich 74 Stunden mehr, bekamen dafür aber 18,7 Prozent oder 6392 Euro weniger.

Schwesig sagte, die Lebensleistung zu respektieren, bedeute auch, eine gerechte Rente im Alter zu sichern. Die SPD wolle das Absinken des Rentenniveaus stoppen und eine Solidarrente einführen. Die Union habe die Solidarrente blockiert. »Das benachteiligt insbesondere die Ostdeutschen.« Mit der Solidarrente will die SPD für alle, die 35 Jahre und länger gearbeitet haben, eine Rente 10 Prozent über der Grundsicherung garantieren und Altersarmut verhindern. dpa/nd

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