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Mehr Geld für die Logistik

Simon Poelchau über die Gewinne bei der Post in Zeiten der Digitalisierung und was dies für die Arbeiterschaft bedeutet

Mit der Digitalisierung ist das so eine Sache: Die einen mögen sie, die anderen nicht. Denn die einen profitieren, die anderen nicht. So kann sich die Post dank des Onlineversandhandels über wachsende Gewinne freuen, während der Einzelhandel in weiten Teilen in der Krise steckt.

47 Millionen Menschen hierzulande kaufen nämlich mittlerweile im Internet ein. Sie legen ihre Jeans lieber bei Amazon oder Zalando mit einem Klick bequem von der heimischen Couch aus in den virtuellen Warenkorb, als sie in der nächsten Fußgängerzone bei Kaufhof oder Karstadt zu kaufen. Das bedeutet auch, dass die Jeans einem nicht mehr vom Verkäufer in die Einkaufstüte gelegt, sondern vom Postboten an die Haustür geliefert wird. Man könnte auch sagen: Die Logistikbranche übernimmt in Zeiten der Digitalisierung zunehmend die Rolle des Einzelhandels. Denn auch die online gekaufte Ware muss letztlich irgendwann beim Kunden landen. Vielleicht sollte dies auch bei den Gewerkschaften zum Umdenken führen. Seit Jahren kämpfen sie dafür, dass etwa bei Amazon die Logistiker am Einzelhandel angelehnte Tarifverträge bekommen.

Vielleicht wäre es stattdessen besser, direkt höhere Löhne für die Logistikbranche zu fordern. Es wäre zumindest zeitgemäßer.

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