Anglers Glück und Fischers Arbeit

Der Uckermark-Tourismus boomt, fangfrische Fische sind bei den Gästen besonders beliebt

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Einer der bekanntesten Treffpunkte von Petrijüngern aus der ganzen Region ist »Webster’s Angelshop« in der Baustraße von Prenzlau. Denn das Fachgeschäft bietet über das übliche Angebot an Angelgerät und -zubehör hinaus vor allem manchen »heißen Tipp«. Und bei einer Tasse Kaffee lässt sich mit Inhaber Karsten Weber, von allen Webster genannt, und seiner Frau Cindy herrlich plauschen.

»Wir tauschen hier täglich mit vielen Stammkunden anglerische Fakten aus und hören natürlich auch ganz viel Anglerlatein«, sagte Karsten Weber. Kein Wunder also, dass er und seine Frau, beide selbst passionierte Angler, immer am besten wissen, wo die Fische beißen und mit welchen Ködern man die Beute an den Haken lockt. Übrigens ist auch ihr vierjähriger Sohn Rio längst vom Angler-Virus infiziert: »Rio ist praktisch seit vier Jahren mit uns an den Seen. Seit zwei Jahren wirft er selbst die Rute aus«, so die Mutter.

»Momentan wird in unserer Region viel Aal gefangen. Aber auch von Karpfen mit bis zu 18 Kilogramm Gewicht wissen wir«, verriet Karsten Weber. Reichlich Hecht werde zum Beispiel im Unteruckersee gefangen. Barsche locke man am besten mit künstlichen Fischen aus Gummi, Plastik oder Holz und Oberflächenködern an. »Wer Zander fangen möchte, sollte es beispielsweise an der Oder oder aber auf den Boddengewässern der Ostsee versuchen«, rät Karsten Weber.

Bei »Webster’s« können sich Freizeitangler übrigens auch für die Teilnahme am Hegefischen anlässlich der Prenzlauer »Fischer-Meile« am 26. August am Nordufer des Unteruckersees anmelden.

Aber nicht jeder, der gern Fisch isst, angelt ihn sich auch selbst. Besonders frisch kauft man ihn beim Fischer, oder man bestellt sich gleich ein Fischgericht im Restaurant. Zu deren Lieferanten gehören Fischermeister Thomas Löwe und seine elf Mitarbeiter von der Seenfischerei Angermünde. »Der Sommer ist für uns eher eine Ruhephase, da sollen die Fische wachsen. ›Geerntet‹ wird dann vor allem im Herbst«, berichtete Thomas Löwe. Er bewirtschaftet 30 Seen rund um Angermünde, darunter so große Gewässer wie der Grimnitzsee bei Joachimstal (860 Hektar), der Wolletzsee (330), der Felchowsee bei Pinnow (160) und der Mündesee (120).

Am häufigsten gehen Löwe und seinen Leuten Hechte, Schleien, Karpfen, Karauschen, Plötzen oder Barsche ins Netz. Vermarktet wird der Fang nicht nur im eigenen Hofladen, sondern auch auf Berliner Wochenmärkten und in Supermärkten der Hauptstadt. »Wichtige Kunden haben wir vor allem auch auf der Insel Usedom, im Havelland und in der Region um Feldberg«, erzählte Thomas Löwe. Fisch aus seinen Netzen landet aber ebenso in den Hotels von Schwedt und Angermünde sowie in den dortigen Gastwirtschaften am Mündesee.

Die Seenfischerei Trellert am Großen Sternhagener See bei Lindenhagen in der Gemeinde Nordwestuckermark hat 14 Seen gepachtet, darunter den Großen Sternhagener See, den Dammsee, den Großen Parmensee und den Großen Potzlower See. »Wir fischen mit Reusen und Schleppnetzen. Und der Fang wird gleich nach dem Anlanden für unseren Hofladen und die Fischgaststätte ausgenommen und geputzt«, sagte Fischermeister Matthias Trellert, der den kleinen Familienbetrieb von seinem Vater übernommen hat. Seine verwertbare Fangausbeute liegt im Durchschnitt bei 6,5 Tonnen pro Jahr - vor allem Bleie, Plötzen, Schleien, Hechte, Barsche, Aale, Zander und Karpfen.

In der Saison, vom 1. Mai bis Ende Oktober, kann man sich donnerstags bis sonntags im Fischrestaurant am Ufer bewirten lassen. »Neben Spezialitäten von Süßwasserfischen gibt es bei uns auch Gerichte aus Meeresfischen oder Frisches aus dem Räucherofen nebenan«, sagte Trellert. Im benachbarten Hofladen kann man an diesen Tagen Frisch- und Räucherfisch kaufen.

Gastangler sind für den Fischereibetrieb ein zusätzliches wirtschaftliches »Standbein«. An sie verkauft Trellert Angelkarten für seine Pachtgewässer und vermietet auch Ruderboote. Zu ihm kommen nicht nur Einheimische, sondern auch Gäste aus Berlin, Sachsen oder Hamburg.

Zu den größeren Fischereibetrieben in der Region gehört die Uckermark Fisch GmbH. »Wir haben Filialen in Templin, Boitzenburg, Lychen und Küstrinchen und betreiben mit sieben Vollbeschäftigten vor allem Seenfischerei«, war von Peter Caspers zu erfahren. Hinzu kommt die Forellenzucht in Boitzenburg und Küstrinchen. Vermarktet werden Forellen, Hechte, Aale, Zander, Schleien aber auch Karpfen, Maränen und Weißfische vor allem in den eigenen Hofläden und mit einem Verkaufswagen. »Wir züchten und vermarkten jährlich zwischen 20 und 30 Tonnen Forellen sowie zwischen fünf und zehn Tonnen selbst gefangene heimische Fischarten«, sagte Peter Caspers. Das Unternehmen beliefert aber auch Hotels und Gaststätten im Umland.

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