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Mehr als jeder Vierte hat schonmal gekifft

Mal ordentlich an der Tüte ziehen: Cannabis ist die beliebteste illegale Droge hierzulande

Nimmt man es genau, so ist mehr als jeder vierte Bundesbürger bereits mindestens einmal mit dem Betäubungsmittelschutzgesetz in Konflikt geraten. So viele haben nämlich schon mal gekifft. Zwar ist der Konsum nicht verboten - aber alles andere, was mit der Droge zu tun hat, also Anbau, Handel und Besitz, schon. Es sei denn, ein Arzt hat seinem Patienten Marihuana aus medizinischen Gründen verschrieben. In diesem Fall ist eine Höchstmenge von 100 Gramm pro Monat und Patient erlaubt.

Haschisch, das gepresste Harz der Pflanze, und Marihuana, die weiblichen Blüten, sind mit Abstand die beliebteste kriminalisierte Droge. 3,1 Prozent der 18- bis 64-Jährigen kiffen mindestens einmal im Monat, wie aus dem Reitox-Bericht 2016 der Deutschen Gesellschaft für Drogen und Drogensucht hervorgeht, dem Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland. Partydrogen wie Amphetamine oder MDMA (Ecstasy) konsumieren nur 0,5 beziehungsweise 0,2 Prozent der Bevölkerung regelmäßig. Bei den harten Drogen Kokain und Heroin sind es jeweils 0,2 Prozent.

Der Markt für illegale Rauschmittel ist gewaltig. Das Statistische Bundesamt berechnete vor zwei Jahren, dass die Menschen hierzulande im Jahr 2010 vermutlich knapp zwei Milliarden Euro für diese Drogen ausgaben. Die Polizei stellt vor allem bei Cannabis immer größere Mengen sicher. Allein die sichergestellte Menge Marihuana ist vergangenes Jahr um 55 Prozent auf insgesamt 5955 Kilogramm angestiegen.

Die harzigen Blüten wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) überwiegend in Albanien geerntet und über die Niederlande nach Deutschland eingeführt. »Zudem dürfte auch der immer weiter verbreitete Cannabis-Indooranbau in mittlerweile vielen europäischen Staaten eine Rolle spielen«, erläuterte das BKA jüngst. Immerhin knapp 100 000 Pflanzen machte die Polizei in Deutschland bei Razzien vergangenes Jahr den Garaus. Das hierzulande weggerauchte Haschisch stammt indes zumeist aus Marokko und wird über Spanien nach Deutschland gebracht. Doch auch in Afghanistan, das mit Abstand der größte Heroinproduzent der Welt ist, werden noch bedeutsame Mengen Haschisch für den europäischen Markt hergestellt. spo

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