Eine Goldmedaille für die Türkei

Ramil Gulijew gewinnt überraschend das 200-m-Finale bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften

  • Von Andreas Schirmer, London
  • Lesedauer: 3 Min.

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Der türkische Staatspräsident war begeistert nach dem Sensationssieg des erst vor wenigen Jahren eingebürgerten Türken Ramil Gulijew im 200-Meter-Finale der Leichtathletik-WM in London. »Er macht uns alle stolz«, twitterte Recep Tayyip Erdogan kurz nach dem Rennen am Donnerstagabend. »Ich gratuliere von ganzem Herzen.« Gulijew ist der erste männliche Leichtathletikweltmeister in der Geschichte der Türkei.

Den 27-jährigen gebürtigen Aserbaidshaner, der erst seit 2013 Startrecht für die Türkei hat und das WM-Rennen mit 20,09 Sekunden gewann, hatte keiner auf dem Schirm. Topfavorit war der Südafrikaner Wayde van Niekerk. Er kam in 20,11 Sekunden um Haaresbreite vor Jeerem Richards (Trinidad und Tobago) als Zweiter ins Ziel. »Dieser Wettbewerb war eine massive Achterbahnfahrt für mich«, sagte van Niekerk. »Ich fahre mit zwei Medaillen nach Hause, die gute Farben haben: Gold und Silber.« Nach seinem 400-Meter-Triumph hatte er auch über 200 Meter auf einen Sieg gehofft, um einer Legende nachzueifern - dem Jamaikaner Usain Bolt, der erstmals seit der WM 2009 in Berlin über diese Distanz nicht am Start war und seine Karriere beendet. Für einige ist van Niekerk schon der neue Bolt.

Doch auf dem Weg dahin hat ihn Gulijew erst einmal gestoppt. Denn mit einer weiteren Goldmedaille wäre van Niekerk der erste Athlet seit 22 Jahren gewesen, der wieder ein Gold-Double auf diesen beiden Strecken geschafft hätte. Zuletzt war dies dem US-Laufhelden Michael Johnson bei den Titelkämpfen 1995 in Göteborg und ein Jahr später bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta gelungen.

»Es war kein Schock für mich, es fühlte sich aber auch nicht real an«, sagte Gulijew über seinen Siegermoment. »Das ist der beste Augenblick meiner Karriere.« Die Laufbahn Gulijews ist im Schatten von Usain Bolt verlaufen, zeigt aber eine Parallele zu dem Superstar aus Jamaika. Als Junior im Alter von 19 Jahren war er mit 20,04 Sekunden der zweitschnellste Sprinter nach Bolt. Außerdem lief er bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro neben dem Weltrekordler im Finale und belegte Platz acht. Bei der EM im vergangenen Jahr holte er die Silbermedaille. »Ich bin gegen einige der besten Läufer der Welt angetreten. Es hat mir nichts ausgemacht, dass die Aufmerksamkeit auf ihnen lag«, sagte Gulijew. »Vielleicht werden sie beim nächsten Wettkampf alle auf mich schauen.«

Kein großes Thema mehr war Isaac Makwala nach dem Rennen über 200 Meter. Der Weltjahresbeste landete nur auf dem sechsten Rang. »Ich bin nicht glücklich. Vorlauf und Halbfinale haben zu viel Kraft gekostet«, sagte der 30-Jährige aus Botswana. »Ich wollte unbedingt eine Medaille.« Dabei hatte er große Wut im Bauch. Der Weltverband IAAF hatte ihm wegen seiner Erkrankung - er war wie andere WM-Teilnehmer vom Norovirus infiziert worden - den Start im 400-m-Finale untersagt und ihn auch über 200 Meter wegen Quarantäne-Bestimmungen nicht antreten lassen wollen. Makwala erkämpfte sich die Teilnahme über 200 Meter, erhielt das Startrecht aber erst, als die Vorläufe schon vorbei waren. Mit 20,14 Sekunden zog er ins Finale ein, das aber nicht das erhoffte Ergebnis für ihn brachte. dpa/nd

Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken

nd-Kiosk-Finder