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Kryptowährung Bitcoin bricht neuen Rekord

Digitale Münzen werden für mehr als 4000 Dollar pro Stück gehandelt

  • Von John Dyer, Boston
  • Lesedauer: 3 Min.

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Bitcoin gibt es seit neun Jahren. Und es ist nicht die einzige der sogenannten Kryptowährungen. Aber vor allem der Wert von Bitcoins steigt unaufhörlich. Er hat sich in diesem Jahr vervierfacht, überstieg am Sonntag erstmals den Gegenwert von 4000 Dollar und wurde am Montagmorgen mit 4230 Dollar (3590 Euro) gehandelt. Den Marktforscher von CoinDesk zufolge hat der Bitcoinwert allein in diesem Monat schon um 25 Prozent zugelegt. Alle Kryptowährungen zusammen machten derzeit 138 Milliarden Dollar aus. Auf Bitcoin entfallen davon 64 Milliarden Dollar.

Der Kursanstieg trägt zur weiteren Verbreitung der digitalen Währung bei. »Das ist ermutigend«, sagte Iqbal Gandham, ein in Großbritannien arbeitender Manager der Handelsplattform eToro. Das neue System werde stärker. »Man hat jetzt mehr Plätze, um Bitcoins auszugeben, mehr Behörden, die über die richtige Infrastruktur nachdenken, und mehr Investoren, die über diese Anlagen etwas erfahren. Die Spekulation bewegt sich weg vom Preis und hin zur Anwendung.«

Behörden im US-Bundesstaat New York haben eigene Abteilungen eingerichtet, um die Bitcoin-Börsen zu beaufsichtigen, ebenso wie spezielle Bankautomaten, an denen Bitcoin-Eigentümer ihr Guthaben in Dollars abheben können. Restaurants und manche Geschäfte in größeren Städten akzeptieren die Münzen 4.0 inzwischen als Zahlungsmittel.

Während Bitcoin einen Höhenflug verzeichnet, sind die Werte anderer digitaler Währungen abgesackt, etwa von ether oder Qtum. Sie waren als Konkurrenz zu Bitcoin aufgelegt worden. In diesem Jahr haben laut den Marktforschern von Smith & Crown die neuen Kryptowährungen rund 1,33 Milliarden Dollar auf dem Markt eingebracht.

Die Bitcoin-Entwickler haben am 1. August ihr Netzwerk geteilt. Sie legten eine neue digitale Währung auf mit den Namen bitcoin cash. Eine Einheit davon hat jetzt den Gegenwert von 306 Dollar. Der derzeitige Bitcoin-Höhenflug kann nach Meinung von Brian Kelly, Gründer der auf digitale Anlagen spezialisierten Firma BKCM, die Sorge von Anlegern nehmen, die negative Auswirkungen von bitcoin cash auf die Mutterwährung Bitcoin befürchtet hatten.

Fast die Hälfte der Bitcoin-Anleger kommt nach Angaben des Marktforschungsunternehmens CryptoCompare aus Japan. Brian Kelly von BKCM fügt hinzu, dass die japanischen und andere asiatische Anleger die digitalen Münzen als eine Absicherung gegen Schwankungen bei herkömmlichen Währungen ansähen. »Bitcoin profitiert von den geopolitischen Spannungen - der Handel in Japan und Korea hat in den vergangenen Monaten erheblich zugenommen«, sagt Kelly.

Entscheidungen wie die der US-Börsenaufsicht SEC vom Juli machen Bitcoin ebenfalls attraktiver. Die SEC, die auch die Wall Street beaufsichtigt, hatte damals beschlossen, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen sich nach den Finanzgesetzen richten müssen, also wie andere Währungen zu behandeln seien. Auch Anlegern in Bitcoins müssten alle Fakten bekannt gemacht werden, so dass sie voll informiert Entscheidungen treffen könnten.

Die Attraktivität von Bitcoin schafft aber auch neue Konkurrenz. Die US-Firma Protocol Labs hat eine neue Kryptowährung aufgelegt, die sich ausdrücklich an die SEC-Auflagen halten will: Filecoin. In der vergangenen Woche wurden darin 250 Millionen Dollar angelegt. Kommentar Seite 4

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