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Volker Kutscher ist gerade wieder zurück aus Berlin. Dort hat er sich die ersten Folgen von «Babylon Berlin» angesehen, der Verfilmung seiner Bestseller-Reihe um Kommissar Gereon Rath. Sein Urteil: «Wunderbar. Ich kannte schon ein paar Bilder, weil ich mal beim Dreh war und mir im Schneideraum erste Szenen angeschaut habe, aber fertig erzählt ist es eben noch etwas anderes. Die Serie zieht einen total in diese Welt hinein. Man hat das Gefühl, im alten Berlin auf der Straße zu sein, man hört den Verkehr und spürt die Atmosphäre. Wirklich toll.»

Gereon Rath ist Kommissar im Polizeipräsidium am Alexanderplatz in Berlin - vor fast 90 Jahren. Die Geschichten spielen in der Endphase der Weimarer Republik und zu Beginn der Nazi-Diktatur. Sechs Bücher sind bisher erschienen, der erste Roman bildet die Grundlage für «Babylon Berlin». Die 16-teilige Reihe ist ab 13. Oktober zunächst beim Bezahlsender Sky Atlantic zu sehen, Ende 2018 dann in der ARD.

In der Serie werden einige Handlungsstränge aus dem Buch zusätzlich ausgebaut. Außerdem tauchen ein paar Promis aus der Zeit auf, so etwa Außenminister und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann. Für Kutscher ist vor allem wichtig, dass man das Ganze nicht distanziert von außen betrachtet wie in einer historischen Dokumentation, sondern sich der damaligen Welt selbst zugehörig fühlt. «Es ist der Versuch, zu zeigen, wie modern diese Welt eigentlich schon war. Der Versuch, die zeitliche Barriere von 80, 90 Jahren vergessen zu machen. Und das ist im Film sehr gut gelungen, finde ich.»

Das alles erzählt er in einem Café im Berlin-fernen Köln, seiner Heimatstadt. Die Faszination für das wilde Berlin der 20er und 30er Jahre entstand bei ihm, noch ehe er die Stadt zum ersten Mal betreten hatte: «Das begann mit Erich Kästner. ›Emil und die Detektive»‹, «Pünktchen und Anton». Da steckt sehr viel echtes Leben drin, da werden Straßennamen und Gebäude genannt, die es wirklich gab. Da liest man von Kindern, die auf der Weidendammer Brücke stehen und Streichhölzer oder Schnürsenkel verkaufen. Das war etwas, wo ich sofort eingestiegen bin.« In gerader Linie kam er von dort zu »Berlin Alexanderplatz« und anderen klassischen Berlin-Romanen. »Ich wäre damals aber nie auf die Idee gekommen, in dieser Welt einmal selbst Kriminalromane anzusiedeln.«

Ursprünglich sollte die Serie 1936 enden, mit einem Kriminalfall vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in Berlin. Inzwischen hat Kutscher es sich aber anders überlegt: »Weil das ein zu harmloses Jahr wäre, um aus der Serie auszusteigen.« Angedacht ist, dass Rath im 1938 noch einen Fall löst. Danach ist Schluss. »Da werde ich auch nicht mit mir reden lassen«, versichert Kutscher. dpa/nd

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