Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Startbahn für die Zukunft

Bis zu 25.000 Wohnungen können nicht gebaut werden, wenn der Airport Tegel offen bleibt

«Das sind 500 Hektar Fläche», sagt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) und macht am Rande der Tegeler Startbahn eine ausladende Armbewegung. «Wenn man sich vorstellt, dass das Tempelhofer Feld ungefähr 300 Hektar misst, ist das sehr viel Entwicklungsfläche», sagt die Senatorin. Dann muss sie eine Pause machen. Ein Flugzeug im Landeanflug übertönt mit seinem Dröhnen alles andere.

Wenn in Tegel irgendwann nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER keine Flugzeuge mehr starten und landen werden, sollen auf dem Gelände 5000 Wohnungen, Industrie- und Gewerbeflächen entstehen. Das ikonische Terminalgebäude soll dann die Beuth-Hochschule beherbergen. Vielleicht wird auch die Berlin-Brandenburgische Feuerwehrakademie in zwei Hangars unterkommen. «Rund die Hälfte der Fläche soll bebaut werden, die andere Hälfte bleibt grün», sagt Lompscher.

«2018» steht auf der ersten Skizze, die Lompscher hochhält. In dem Jahr sollten eigentlich die Arbeiten für die zukünftige Nutzung des Areals beginnen. «Das Jahr denken wir uns weg, aber der zeitliche Ablauf bleibt gleich», sagt die Senatorin in Hinblick auf die Dauerbaustelle Flughafen BER, für die noch kein verbindliches Datum für die Fertigstellung vorliegt. Vier Jahre nach Schließung des Flugbetriebs soll die Beuth-Hochschule Terminal A beziehen. Ein Jahr später soll es beim Innovationspark Urban Tech Republic soweit sein. «Bis das Wohngebiet Schumacherquartier fertig ist, wird es noch ein bisschen länger dauern.

Seit 2009 plant die Tegel Projekt GmbH die Zukunft des Geländes. 15 bis 20 Millionen Euro werden Jahr für Jahr dafür bereitgestellt. »Es ist verrückt, dass die CDU nun dieses Geld in den Wind schießen will«, sagt Lompscher. Dabei habe die Partei erst 2016 mehr Mittel gefordert. »Die Grobplanungen sind abgeschlossen. Meine Mitarbeiter sitzen auf glühenden Kohlen, sie wollen loslegen mit der Realisierung«, sagt die Senatorin.

»Es wäre eine Versündigung an den nachfolgenden Generationen, wenn man diese Chance nicht nutzt«, sagt LINKEN-Landesvorsitzende Katina Schubert in Hinblick auf den am 24. September anstehenden Volksentscheid. Dessen Initiatoren wollen eine Offenhaltung Tegels über die Eröffnung des Hauptstadtairports BER hinaus. »15 000 bis 25 000 Wohnungen werden nicht gebaut werden können, wenn Tegel nicht geschlossen werden wird«, erklärt Schubert. Dabei geht es um Flächen unter anderem in Pankow und Spandau. Aber auch im direkten Umfeld des Flughafens wurde ein Neubaupotenzial von 4000 Wohnungen ausgemacht.

Katrin Lompscher hat auch eine gute Nachricht für Reinickendorfer Mieter, die sich sorgen, dass ihre Wohnungen schnell teurer werden, sobald der Fluglärm Geschichte ist: Reinickendorf-Ost soll demnächst als Milieuschutzgebiet ausgewiesen werden. »Überrascht« habe sie diese Mitteilung aus dem Bezirksamt Reinickendorf, das bisher dem Milieuschutz sehr skeptisch gegenüberstand. Für Reinickendorf-Mitte soll dies erst nach Einstellung des Flugbetriebs angegangen werden. »Das sehe ich kritisch«, so Lompscher. Das Beispiel Neukölln habe gezeigt, dass es dann eigentlich schon zu spät sei. »Wir können den Bezirk auch anweisen, den Milieuschutz zu prüfen«, erklärt sie.

»Wir können doch nicht beim Wachstum nur auf der Tourismusbranche setzen«, sagt Klaus Dietrich von der Initiative »Tegel endlich schließen!«. Es brauche auch Industrie. Und natürlich gehe es auch darum, hunderttausende Berliner vom Fluglärm zu entlasten.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln