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Macrons Stern stürzt ab

Nelli Tügel über katastrophale Umfragewerte nach 100 Tagen Präsidentschaft

Der zum Hoffnungsträger für Frankreich und Europa hochstilisierte Emmanuel Macron ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Diese sind: Die Politikverdrossenheit der Franzosen ist weit fortgeschritten und der Vertrauensvorschuss für den 39-jährigen Strahlemann schon aufgebraucht. 100 Tage nach seinem Amtsantritt ist Macron noch unbeliebter als sein Vorgänger Hollande es nach drei Monaten Präsidentschaft war.

Man kann Macron nun keineswegs vorhalten, er habe sich nicht an die Umsetzung seiner Wahlversprechen gemacht. Die Arbeitsrechtsreform ist auf den Weg gebracht. Und auch das Gesetz über die Moralisierung der Politik ging bereits durch beide Kammern des Parlaments. Seinen Willen, die neoliberale Brechstange zu spielen, unterstrich Macron zudem, als er ankündigte, die Wohnungsbeihilfe für Arme um fünf Euro pro Monat kürzen und gleichzeitig Unternehmenssteuern senken zu wollen.

Bei der Beihilfe musste Macron zwar wegen aufkeimenden Protests einen Rückzieher machen. Dennoch hat der Plan die Skepsis vieler Franzosen ihm gegenüber sicherlich befördert. Das ist auch deshalb brandgefährlich, weil die Front National im Hintergrund lauert. Auch wenn es zuletzt um die rechtsextreme Partei ruhiger geworden ist: Geht es mit dem Sinkflug Macrons so rasant weiter, wird am ehesten sie ihre Chance bekommen.

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