Werbung

Zusammen ist man mehr allein

MEINE SICHT: Ellen Wesemüller über den Boom von Co-working und Co-living

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Neulich suchte ein Freund von mir ein neues Büro, weil sein altes von einem Immobilienhändler aufgekauft worden war, um darin Büros zu vermieten für Leute wie ihn (nur mit mehr Geld).

Kein Schaden ohne Nutzen, dachte er sich, da kann er sich eines in der Nähe seiner neuen Wohnung mieten. Er war inzwischen umgezogen, weil ein Immobilienhändler seine Wohnung gekauft hatte, um sie als Wohnung zu vermieten an Leute wie ihn (nur für mehr Geld).

Der Freund fand direkt neben seiner neuen Wohnung ein Co-working Space, und würde sich Til Schweiger selbst beauftragen, einen Film über Co-working Spaces zu drehen, er würde wohl aussehen wie dieser: Bier und Kaffee gibt’s umsonst, Kinderbetreuung ist organisiert, ein Kino gibt es, und an den Wänden hängen sympathische Drohungen wie »Work hard, party harder«.

Nun gut, der Freund co-worked nun, denn es ist einfach fürchterlich praktisch und mit 145 Euro pro Monat auch immer noch der billigste Büroplatz weit und breit. Zum ersten Feierabend rief ihm ein Kollege zu: »Und, heute einen kreativen Tag gehabt?« Und verriet ihm aus lauter Freude am Netzwerken den weiterreichenden Plan des Immobilienunternehmens, in dem die Büros untergebracht sind: Co-living Spaces.

WGs für Gutverdiener also, denn mit möblierten Zimmern kann man praktischerweise auch die Mietpreisbremse umgehen. Roof-Top-Yoga und Kino im Garten inklusive. Reinickendorf hat das schon, Mitte, Schmargendorf, Wedding und Moabit auch. Ein Zimmer in Schöneberg kostet lockere 539 Euro. Mein Trost ist, dass es richtig oll aussieht. In Prenzlauer Berg kostet es schon 610 Euro, da ist aber das Working schon mit drin.

Ich hätte auch eine supergute Start-up-Idee, ich gebe zu, sie stammt aus dem 19. Jahrhundert: Als Schlafgänger wurden Personen bezeichnet, die gegen ein Entgelt ein Bett für nur wenige Stunden am Tag mieteten, während der Wohnungsinhaber die Schlafstelle nicht benötigte. Grund dafür war der zur Industrialisierung sehr knappe und daher teure Wohnraum. Ups.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!