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Kein Friede im Osten

Klaus Joachim Herrmann über Waffenruhe im Donbass zum Schulanfang

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 1 Min.

Wer Waffenruhe zum Beginn eines Schuljahres vereinbart, erweist sich selbst als vielleicht doch lernfähig. Die Erkenntnis, dass der Weg zur Schule friedlich sein muss und Waffengänge nur furchtbaren Schaden und keinerlei Gewinn bringen, wäre einer Verallgemeinerung bis hin zu ernsthaften Verhandlungen über einen Friedensschluss würdig.

Jedoch zeigt schon die ebenso infame wie provokante Gleichsetzung der russischen und der faschistischen Hitlerarmee durch den ukrainischen Präsidenten am Vorabend, wie fern ein Friede im Osten ist. Als sich Kiew mit Gewalt nach Westen wandte, hatte der Osten nicht mitgewollt. Eben den Donbass trifft deshalb die Kiewer »Anti-Terrror-Operation«. Russland versteht sich als Garantiemacht der slawischen Schwestern und Brüder im Nachbarland und handelt im vollen Bewusstsein seiner Übermacht. So nahm Moskau der Ukraine nicht nur die Krim ab, sondern führt ihr auch immer wieder gern demütigend den Verlust der Halbinsel vor Augen.

Moskau wollte einst mit hartem Druck den Kiewer Schwenk verhindern und scheiterte, der Westen betrieb ihn rücksichtslos und erfolgreich. Als kläglicher Garant eines letzten Kompromisses versagte 2014 auch Berlin völlig. Zöge nun endlich einmal jeder selbst Lehren aus dem eigenen fatalen Vorgehen, wäre mehr möglich als eine Waffenruhe aus besonderem Anlass.

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