Werbung

Schulbau wollen alle »wuppen«

Lichtenberg will zügig Sanieren und Neubauen / Bezirke setzen auf Kooperationsmodell

Die Schulneugründung in der Wartiner Straße in Lichtenberg zählt zu den ganz großen Vorhaben, die der boomende Ostbezirk in den kommenden Jahren stemmen will. Fast 35 Millionen Euro sollen an diesem Standort für eine Integrierte Sekundarschule ausgeben werden. Angesichts eines immer schneller wachsenden Bezirks wird es nicht der einzige Neubau bleiben. Neben einem neuen Gymnasium plant Lichtenberg zwei weitere Gemeinschaftsschulen zu errichten. Einen besonderen Bedarf gibt es auch bei den Grundschulen. Zum Schulanfang Anfang September werden in Lichtenberg 2485 Erstklässler erwartet. »Wir brauchen Grundschulen, Grundschulen, Grundschulen«, sagt Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKE) dem »neuen deutschland«. Gleich zwei Grundschulen will der Bezirk in Schnellbauweise errichten - also innerhalb von zwei Jahren.

Mit 5,5 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren (siehe Kasten) stellt der Schulneubau und die Sanierung der pädagogischen Einrichtungen das Kernprojekt von Rot-Rot-Grün da. Die Diskussionen der vergangenen Wochen zwischen Senat und Bezirken, wie die Vorhaben konkret umgesetzt werden können (»nd« berichtete), kommen unterdessen voran. Der Rat der Bürgermeister bevorzugt nun ein »Kooperationsmodell« statt der angedachten Schul-GmbHs. Unter der Federführung von Marzahn-Hellersdorf wird derzeit ausgearbeitet, wie das beispielsweise konkret für die Ostbezirke aussehen könnte. Bis Oktober soll der Vorschlag vorliegen. Was die großen Neubauten angeht, hat der Rat der Bürgermeister inzwischen kein Problem mehr damit, dass eine Tochter der Howoge die Neubauten errichtet und dann an die Kommune vermietet. »Das Schulthema müssen wir gemeinsam gewuppt bekommen oder wir haben ein Problem«, sagt Bezirksbürgermeister Grunst auch mit Blick auf Rot-Rot-Grün insgesamt.

Unterstützung für die Schuloffensive bekommen die Bezirke aus dem Bundestag. »Für uns ist ganz wichtig, dass endlich das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im Bildungssektor aufgehoben wird«, sagt die Lichtenberger Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (LINKE). Denn wenn die föderale Struktur durch eine Grundgesetzänderung fallen würde, könnte der Bund auf direktem Wege und nicht über Umwege in die Schulsanierungen und den Bildungsbereich investieren, sagt die Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag. Auch die Schulsozialarbeit will die LINKE verbindlich festschreiben, genauso wie ein kostenloses Schulessen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!