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Ringen um die Zukunft

Die deutschen Mattenkämpfer kehren mit vier Medaillen von den Weltmeisteschaften heim - dort beginnt jetzt der Kampf um ihre Existenz

  • Von Alexander Sarter, Paris
  • Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich könnte sich der Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) wenigstens ein paar Tage im Glanz des historischen Erfolgs sonnen. Doch danach steht Manfred Werner nicht so recht der Sinn. Denn obwohl der DRB bei der WM in Paris so viele Medaillen wie noch nie zuvor geholt hat, plagen den Verband nach wie vor interne Querelen - und auch die nächsten Olympischen Spiele sind leider noch weit weg. »Natürlich freuen wir uns über die vier Plätze auf dem Podest. Aber wir müssen auch aufpassen und trotz des großartigen Erfolgs schön auf dem Teppich bleiben. Olympia ist erst in drei Jahren«, sagte Werner: »Wir dürfen die Erwartungen nicht allzu hoch schrauben, denn so ein Erfolg ist nur schwer zu wiederholen.«

Immerhin geht der DRB-Präsident dank der besten Medaillenausbeute seit Beginn der gemeinsamen Austragung der Weltmeisterschaften von Männern und Frauen in beiden Stilarten vor zwölf Jahren gestärkt in die weiteren Auseinandersetzungen mit der »abtrünnigen« Deutschen Ringerliga (DRL). Bisher waren zwei Podestplätze das Topergebnis.

Am 8. September treffen sich Vertreter des DRB und der DRL im fränkischen Bad Mergentheim, um vielleicht doch noch die Teilung des nationalen Wettbewerbs zu verhindern. »Ich gehe abwartend in das Gespräch«, äußerte Werner. Viel mehr will der DRB-Chef im Vorfeld nicht sagen. Zu viel Porzellan wurde in den vergangenen Monaten zerschlagen. Immer wieder gab es heftige Vorwürfe von beiden Seiten, Ende Juli kam es sogar zu einer Gerichtsverhandlung in Nürnberg.

Im Grunde geht es darum, dass die fünf DRL-Klubs (ASV Nendingen, KSV Ispringen, VfK Schifferstadt, KAV Mansfelder Land, Germania Weingarten) eine Professionalisierung des Ringens anstreben. Deshalb haben sie sich vom DRB losgesagt und wollen ab dem 30. September ihre eigene Meisterschaft austragen. Damit würde die DRL in Konkurrenz zur Bundesliga unter dem Dach des DRB treten, an der in der kommenden Saison 21 Vereine teilnehmen.

Der DRB sieht den Drang nach Profitum als abwegig und existenzbedrohend, da er nicht zu den Amateurstrukturen des Großteils seiner Klubs passe. Der Weltverband United World Wrestling steht aufseiten des DRB und will alle Sportler sperren, die in der DRL antreten.

Doch obwohl die nationalen Probleme drängen, haben sich die deutschen Ringer in Paris nicht davon beeindrucken lassen. »Es war allererste Sahne, wie sie sich präsentiert haben. Ich kann nur den Hut ziehen«, sagte Werner: »Auch diejenigen, die am Ende nicht ganz vorne waren, haben eine ordentliche Leistung gezeigt. Die ganze Mannschaft war auf den Punkt topfit.«

Das galt vor allem für Frank Stäbler, der seinen zweiten Titel holte. Auch Aline Focken, die nun einen kompletten WM-Medaillensatz ihr Eigen nennen darf, überzeugte mit Silber. Der Olympiadritte Denis Kudla wurde ebenfalls Zweiter, Europameister Pascal Eisele hatte die Bronzemedaille gewonnen. SID/nd

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