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Terrorwarnung in Berlin!

Jürgen Amendt würde gern die letzte Woche Sommerferien in Ruhe genießen

Noch ist es ruhig in der Stadt - jedenfalls in jenem beschaulichen Kiez, in dem ich wohne. Nur ab und zu rumpeln Rollkofferkommandos über das Pflaster. Die meisten Nachbarn im Haus sind noch im Urlaub. Die Schulferien dauern noch eine Woche an, so dass viele noch an der Ostsee, in Schweden, in Südfrankreich, in der Normandie oder in anderen Gegenden weilen, die jottwede liegen. Manche von ihnen sind auch mit ihren Rollkoffern in Barcelona, Rom, Paris oder London unterwegs. Das nenne ich mal ausgleichende Gerechtigkeit!

Im Rest des Kiezes geht es ähnlich entspannt zu. In meinem Lieblingsrestaurant müssen meine Frau und ich deshalb nicht schon zwei Tage vorher einen Tisch reservieren lassen, wenn wir am Wochenende essen gehen wollen, und hätten wir ein Auto, würden wir uns über die vielen freien Parkplätze vor dem Haus freuen.

Doch der Terror der kommenden Wochen kündigt sich bereits an. Sie sind wieder unterwegs: die Attentäter mit den umgeschnallten, mit einer brennbaren Flüssigkeit betriebenen Terrormaschinen. Diese Woche attackierten sie mich morgens kurz nach dem gefühlten Sonnenaufgang, als unsereins wegen der Schulferien eigentlich noch ein halbes Stündchen schlummern hätte können. Kurz nach sieben Uhr machte es auf einmal »Wuuuuuhhhh« unten auf der Straße, und das eine viertel Stunde lang in an- und abschwellender Lautstärke. Der Lärm näherte sich von Norden die Straße entlang; wimmerte zunächst nur leise in der Ferne, dann immer lauter, bis er unter dem Fenster unseres Schlafzimmers zum brüllenden Crescendo anschwoll. Dann wanderte er gen Süden die Straße hinunter und reduzierte sich langsam auf ein für meine Ohren erträgliches Maß.

Doch just in dem Moment, in dem ich meinte, das Schlimmste sei überstanden, überlegte es sich die Terrorzelle unten auf der Straße anders - der Attentäter wechselte die Straßenseite und vollzog sein verwerfliches Tun jetzt langsam, gaanz laangsaaam von Süd nach Nord. Dann bog er um die Ecke und entfernte sich nur allmählich aus meinen Hörbereich.

Dabei ist der Herbst noch fern und in unserer Straße haben noch alle Bäume ihr Laub an den Zweigen. Der Laubbläser ist dennoch schon da! Vor ihm marschierte ein Kollege mit einem Stangenmäher, der das zwischen den Ritzen der gepflasterten Gehwege sprießende Grünzeug schnitt. Warum, so fragte ich mich nach leidgeplagten 15 Minuten, schafft sich die Berliner Stadtreinigung keine Ziegen an?

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