Streit als Lebenselixier

Mit Wolfgang Gehrcke verlässt einer ihrer führenden Außenpolitiker die Linksfraktion

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ein letztes Mal klaubt Wolfgang Gehrcke seine Zettel mit Notizen am Rednerpult des Bundestags zusammen. »Ich habe mich gerne gestritten. Sie wissen, das ist mein Lebenselixier. Vielen Dank dafür«, sagt er. Als Zusatz erklärt Gehrcke, dass er auf »eine weltweite Friedensbewegung« hoffe. Damit endet sein Beitrag zur Debatte um Abrüstungspolitik. Nicht nur die Linksfraktion applaudiert daraufhin dem Mann, der einer ihrer Vizechefs ist. Auch Sozialdemokraten, Grüne und sogar der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), klatschen an diesem sonnigen Junitag. Obwohl er oft andere Meinungen als sie vertritt, wird Gehrcke auch von Politikern der Mitte-links-Parteienkonkurrenz respektiert. Man kennt sich aus vielen Sitzungen im Auswärtigen Ausschuss und Plenardebatten.

Nach 16 Jahren im Parlament für die PDS bzw. die LINKE ist für den weißhaarigen Mann Schluss im Parlament. Er ist über 70 und verlässt den Bundestag aus Altersg...


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