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Verbeamtung der Lehrer war Brandenburgs Rettung

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) erklärt zum baldigen Schuljahresbeginn, das Personalproblem sei auf Kosten der Nachbarländer gelöst

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

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Wenn am Montag das neue Schuljahr beginnt, wird Brandenburg im Großen und Ganzen genügend Lehrer dafür eingestellt haben und sich damit von anderen Bundesländern unterscheiden. Doch steckt der Teufel im Detail. Das wurde deutlich, als Bildungsminister Günter Baaske (SPD) am Donnerstag die Neuigkeiten zum Schuljahresbeginn bekanntgab.

Zusammen mit den verbindlichen Zusagen habe das Land 1085 neue Lehrer, wovon allerdings 323 abzuziehen wären. In ihrem Falle handelte es sich nur um die Entfristung der Verträge von bislang auf Zeit beschäftigten Pädagogen. Hinzu kommen aber 575 befristete Lehrkräfte, rund die Hälfte davon sind Seiteneinsteiger aus anderen Berufen, die angesichts des Lehrermangels willkommen sind. Mehr als 600 Lehrer werden im laufenden Jahr in den Ruhestand treten. Das Land musste das ausgleichen und gleichzeitig 600 zusätzliche Stellen schaffen, weil die Schülerzahlen wieder gestiegen sind und weil Schulen, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen, einen erhöhten Lehrerbedarf haben.

Vor zwei Jahren wurde für alle Lehrer das wöchentliche Stundenpensum gesenkt, was einen zusätzlichen Bedarf von 400 Stellen nach sich zog. Im Durchschnitt sind die neu eingestellten Lehrer 37 Jahre alt.

Brandenburg hat sein Personalproblem auf Kosten der Nachbarländer gelöst. Das gab Minister Baaske unumwunden zu. Vor allem in der Nähe der Landesgrenzen sei es gelungen, schwankende Lehrer auf die brandenburgische Seite zu ziehen. »Die Verbeamtung war unsere Rettung.« Damit konnte Brandenburg locken. In Berlin werden Lehrer inzwischen in der Regel nur noch als Angestellte angenommen. Auch bekommen fast 7000 Lehrer in Brandenburg nun mehr Geld - im Schnitt 450 Euro pro Monat. Baaske nannte den Wettbewerb der Länder um die Lehrer »schädlich« und »fürchterlich«. Doch: »Es ist, wie es ist.« Für eine Änderung dieser Situation sieht er keine Chance.

Obwohl die rot-rote Regierung den Lehrerberuf attraktiver gemacht hat, sieht es in bestimmten Gegenden nicht gut aus. Selbst die Möglichkeit, auf das Gehalt noch 300 Euro monatlich Buschprämie draufzulegen, habe praktisch in keinem Fall dazu geführt, dass Lehrer dorthin gelockt werden konnten, wo sie jetzt oder demnächst besonders dringend gebraucht werden. Als Beispiel nannte Baaske Eberswalde, wo »händeringend« nach Lehrern gesucht werde.

Selbst dort, wo das Personalproblem gelöst schien, kann sich die Lage rasch wieder ändern. Baaske erwähnte eine Schule »im Osten« Brandenburgs, wo sich auf einen Schlag sechs Lehrer zum Ende der Sommerferien dauerkrank gemeldet hatten. Dass sich Hunderte Pädagogen Jahr für Jahr dauerkrank melden, hatte Baaske vor einigen Jahren angeprangert und wütende Reaktionen geerntet. Nun hält er sich bei dem Thema etwas zurück. »Die Gesamtzahl bekomme ich von Ministerium schon gar nicht mehr«, bemerkte er am Donnerstag schmunzelnd.

Baske zeigte anhand einer Karte, dass rund um Berlin das Durchschnittsalter der Lehrer relativ niedrig ist, weil es leichter sei, für Stellen in der Nähe der Hauptstadt neue Lehrer zu finden. Hier seien nicht so sehr die Abwesenheit wegen Krankheit oder Pflege von Angehörigen das Problem für die Schulplanung, sondern die Tatsache, dass die jungen Lehrer Familien gründen, Kinder bekommen und natürlich auch Elternzeit nehmen. Schwierig bleibt die Besetzung der Stellen in den weit von Berlin entfernten Gegenden. »Ich kann die Leute da nicht hinprügeln«, sagte Baaske.

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