Werbung

Wohnraum statt Wartesaal

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die guten Tage des Perleberger Bahnhofsgebäudes sind schon lange vorbei. Nun mischt sich in die Geräusche an- und abfahrender Regionalzüge seit einiger Zeit lautes Hämmern. Putz wird abgeklopft, Schutt herausgebracht, es wird gesägt und gewerkelt. Die alten Fenster stehen weit offen. Aus dem zweigeschossigen Ziegelbau ziehen Staubschwaden.

»Es wird noch einige Zeit dauern, bis unser Traum von Wohnen und Gewerbe in einem alten Bahnhof wahr ist«, sagt einer der Eigentümer, Markus Summerer. Zusammen mit Klaus Reinhard Voss richtet er das denkmalgeschützte Gebäude vom Ausgang des 19. Jahrhunderts wieder her.

Zum Tag des offenen Denkmals am 10. September wollen sie das Bahnhofsgebäude Besuchern vorstellen. »Auch wenn die Arbeiten noch am Anfang stehen«, sagen sie. Aber das Interesse daran, was hinter den Mauern passiere, sei groß. Zaungäste versuchen immer wieder, einen Blick zu erhaschen.

Alljährlich stehen am zweiten Septemberwochenende bundesweit Tausende Denkmale offen. Privatleute, Museen, Kommunen oder Institutionen und Vereine beteiligen sich. Auch in Brandenburg sind einige Dutzend Objekte zu besichtigen, viele davon sind sonst der Öffentlichkeit verschlossen.

Den Bahnhof Perleberg hatten die heutigen Eigentümer in einer Auktion entdeckt. Nach der Veräußerung durch die Deutsche Bahn vor einigen Jahren war er schon durch zig Hände gegangen. Einen Teil des Gebäudes hat die Bahn heute noch gemietet und regelt von dort die Zugabfertigung. »Es ist schon eine faszinierende Vorstellung, dort zu wohnen, wo Züge halten und abfahren«, sagt Voss.

Geplant sind im Obergeschoss zwei Wohnungen: eine ist schon vor Fertigstellung vermietet, die andere wollen die beiden selbst nutzen. »Was wiederverwendet werden kann, bleibt erhalten«, sagt Voss. Unklar ist noch, ob das einstige Fischgrätenparkett in der großen Wartehalle gerettet werden kann.

Die Stadt Perleberg freut sich über die rührigen Besitzer. Ein kürzlich aufgegebener Imbiss auf dem Bahnhofsvorplatz wurde beiden zur Bewirtschaftung angeboten. Renoviert und mit frischem Konzept hat sich das »Café Fichte« schon zu einem Treffpunkt entwickelt.

Im Bahnhof sollen im Erdgeschoss Gewerberäume und eventuell eine Gaststätte einziehen. Der Kunsthistoriker Summerer will eine Galerie mit zeitgenössischer Kunst betreiben. Voss bringt dort sein Designmöbelatelier unter. Noch stehen die Zeiger der Bahnhofsuhr auf 10 vor 2. Das Uhrenglas ist zerbrochen. »Sie wird bald wieder die Zeit anzeigen«, sagt Voss. Und ergänzt die To-do-Liste um eine weitere Position. Es bleibt viel zu tun. dpa

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen