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Weltfußball im Zentralstadion

Champions League: Nach 29 Jahren Pause gibt’s in Leipzig mal wieder Europapokal

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Fast drei Jahrzehnte hat es gedauert, bis sich Fußballbegeisterte in Leipzig mal wieder ein Europacupspiel im heimischen Stadion anschauen können. Dass so eine lange Pause bevorstehen würde, erwartete im Oktober 1988 wohl niemand: Damals gelang Lok Leipzig in einem mythischen Spiel ein 1:1 gegen den SSC Neapel und den legendären Diego Armando Maradona. 80 100 lautete die offizielle Zuschauerzahl. Beobachter sprechen von 100 000, die gekommen waren, um den argentinischen Ballkünstler aus nächster Nähe bei der Arbeit zuzuschauen. »So wünscht man sich einen DDR-Klub: Engagiert, nie einen Ball aufgebend und auch mit spielerisch gescheiten Zügen«, schrieb »nd«.

Nach einem 0:2 im Rückspiel schied Lok aus, während Neapel mit seinem Weltstar am Ende den Europacup der Pokalsieger in die Höhe stemmen sollte. Der FDGB-Pokalsieger Lok Leipzig hingegen gewann seither keinen wichtigen Titel mehr.

In der Messestadt haben längst die »Rasenballer« dem heutigen Regionalligisten Lok den Ruhm abgelaufen: RB Leipzig, Vizemeister der Saison, empfängt am Mittwoch den AS Monaco zum Auftakt der Gruppenphase der Champions League - für Fußballfans im Osten übrigens ebenfalls ein legendärer Gegner, hatte der BFC Dynamo den damaligen französischen Meister 1989 doch am Rand einer Niederlage in der 2. Runde des Landesmeisterwettbewerbs.

Manche Helden aus der Lok-Elf von 1988 werden am Mittwoch auf der Tribüne in der schmucken Arena sitzen, die für die WM 2006 direkt in den Innenraum des riesigen Zentralstadions hineingebaut wurde, so zum Beispiel der einstige Lok-Stürmer Heiko Scholz, der heute als Trainer bei den Probstheidaern angestellt ist. Scholz kann noch genau beschreiben, wie 1988 Maradona erst auf den Platz kam, aber erst, als alle Spieler da waren: »Er war umringt von einem riesigen Fotografenpulk«, erinnert sich Scholz, »da hatte er sich noch nicht einmal die Schuhe zugebunden.«

Anno 2017 sind auch die Fußballer des Weltmeisters Deutschland eine großen Marke im Fußball: Jener große Diego Armando Maradona überreichte Anfang Juli in St. Petersburg dem 21-jährigen Leipziger Stürmer Timo Werner den »Goldenen Schuh« als bester Torschütze beim Confederation Cup 2017. Als Identifikationsfigur des Fußballostens taugt Werner allerdings nur in etwa so gut wie sein Arbeitgeber RB: Der gebürtige Stuttgarter spielte bis zu seinem Transfer im Sommer 2016 für den dortigen VfB.

Für die Leipziger ist die Champions League sowieso ein Experiment mit ungewissem Ausgang: Bis in die Runde der letzten 16 zu kommen, hält man angesichts der Gegner Monaco, FC Porto und Besiktas Istanbul aber für möglich. »Wir werden unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen«, stapelt RB-Trainer Ralph Hasenhüttl gegenüber dem »kicker« tief. Sein Verein gehört zu den großen Unbekannten in der Königsklasse, im Gegensatz zu Champions-League-Neuling FK Karabach Agdam (Aserbaidshan) allerdings einer, bei dem die Konkurrenz nicht so recht weiß, was zu erwarten ist.

Auch ohne den Emporkömmling aus Leipzig haben die deutschen Fußballer in den vergangenen vier Jahren eine bestimmende Rolle spielen können. Höhepunkt war das Jahr 2013 mit jenem legendären deutschen Finalduell in London, in dem der FC Bayern den BVB aus Dortmund bezwingen konnte. Und zuletzt war die Bundesliga vier Spielzeiten lang mit jeweils vier Vereinen in der Gruppenphase der Milliardenliga vertreten gewesen. Doch die Zeiten haben sich sich geändert seit 2013: Außer Juventus Turin 2015 und 2017 standen jeweils nur spanische Klubs im Finale der Königsklasse - Atlético Madrid, FC Barcelona und Real Madrid.

Und weil die TSG Hoffenheim in der Qualifikation für die Königsklasse am FC Liverpool scheiterte, sind diesmal erstmals wieder nur drei deutsche Vereine dabei: Neben den Leipzigern der Tabellendritte Borussia Dortmund, der am Mittwoch bei Tottenham in London antritt und natürlich Rekordmeister Bayern als amtierender Champion.

Die Münchener, die am Samstag bei den Champions-League-Verpassern aus Hoffenheim mit 0:2 verloren hatten, empfangen am Dienstag den RSC Anderlecht. Gegen den belgischen Meister soll dringend gewonnen werden: »Wir müssen eine Antwort zeigen«, verlangt Kapitän Manuel Neuer mit Blick aufs dürftige 0:2 im Kraichgau. »Wir sind nicht zufrieden.«

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