Werbung

18 Anwälte in der Türkei verhaftet

Juristen sind Mitglieder in der linken Anwaltsorganisation ÇHD / Angeklagte im »Cumhuriyet«-Prozess bleiben in U-Haft

Berlin. Die Repressionen in der Türkei gehen weiter: Am Dienstagmorgen wurden 18 türkische Anwältinnen und Anwälte aus Istanbul und Ankara verhaftet. Das teilte die Europäische Vereinigung von Juristinnen und Juristen für Demokratie und Menschenrechte (EJDM) mit. Außerdem seien Telefone und Computer von zwei weiteren Anwälten beschlagnahmt worden. »Gründe für die Verhaftungen sind nicht bekannt«, erklärte die EJDM.

Die Juristen seien Mitglieder in der linken türkischen Anwaltsorganisation ÇHD, heißt es in der Mitteilung weiter. Sie hätten ihren Arbeitsplatz in der Kanzlei »Anwaltsbüro des Volkes«, die vor allem Arbeiter, Mieter und Opfer von Polizeiwillkür vertritt. Nach Darstellung der EJDM seien unter ihren Klienten mit Nuriye Gülmen und Semih Özakça zwei Lehrkräfte, die nach dem gescheiterten Putschversuch im vergangenen Jahr entlassen wurden, obwohl sie nach eigenem Bekunden nichts mit dem Umsturzversuch zu tun hätten. Die ÇHD ist eine Mitgliedsorganisation in der EJDM.

Unterdessen müssen fünf Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Tageszeitung »Cumhuriyet« in Untersuchungshaft bleiben. Das entschied das Gericht am späten Montagabend im Prozess im Gefängniskomplex Silivri nahe Istanbul. Die fünf Angeklagten würden festgehalten, bis neue Beweise vorlägen, hieß es. Der Prozess wird am 25. September fortgesetzt. Den insgesamt 20 Angeklagten drohen über 40 Jahre Haft wegen angeblicher Unterstützung von Terrorgruppen. Die Richter folgten damit ddem Antrag der Staatsanwaltschaft, wie »Cumhuriyet« und die Nachrichtenagentur DHA berichteten. nd/Agenturen

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!