Werbung

Tausende bei »traumschöner antirassistischer Demo«

»Welcome United«-Parade in Berlin: Radikale Kurswende in der Migrationspolitik und im Umgang mit Asyl in Europa gefordert

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Viele Tausend Menschen sind in Berlin für gleiche Rechte von Geflüchteten und gegen Abschiebungen auf die Straße gegangen. Vor Ort war von einer überwältigenden Menge die Rede, die letzten Lautsprecherwagen konnten erst eine halbe Stunde nach Start des Zuges den Auftaktplatz vor dem Bundesinnenministerium verlassen. Über 20 Wagen wurden gezählt, auf ihnen werden jeweils verschiedene Forderungen für eine radikale Kurswende in der Migrationspolitik und dem Umgang mit Asyl in Europa vertreten.

»Wir haben insgesamt 7.500 Teilnehmer gezählt. Fast die Hälfte davon waren Flüchtlinge aus ganz Deutschland. Sie sind mit insgesamt 30 Bussen nach Berlin gekommen. Die restlichen Demonstranten kamen hauptsächlich aus Berlin«, sagte ein Sprecher am Samstagnachmittag. »Unsere antirassistische Parade soll so bunt wirken wie ein Karnevalsumzug«, so der Sprecher. Wie beim echten Karneval waren auch Themenwagen dabei. So hatten Flüchtlingshelfer eine Fähre nachgebaut. Auf dem echten Wasser wurde die Parade von einem Schlauchboot des Vereins »Sea-Watch« begleitet, das parallel auf der Spree fuhr.

Eine »traumschöne antirassistische Demonstration«, so die Interventionistische Linken. Es seien »richtig viele Menschen« unterwegs. Mit Blick auf die Parteien rechts der Mitte hieß es, »wir sind schon lange Migrationsgesellschaft - vielfältig und solidarisch«. Diese würden die Willkommenskultur nicht stoppen können.

»Wir werden uns nicht daran gewöhnen, was vor unseren Augen passiert«, hieß es im Aufruf zu der »Welcome United«-Parade, die nicht ohne Grund eine Woche vor den Bundestagswahlen in Berlin stattfindet. Die parteipolitische Konkurrenz ist stark vom Thema Migration geprägt, allerdings herrscht eine von Angstmache geprägte Stimmung, in der es immer wieder zu rassistischen Ausfällen kam.

Dennoch gebe es Hoffnung, sagte Newroz Duman, die die Parade mitorganisiert hat und bei Jugend ohne Rassismus aktiv ist. »In den kleinsten Dörfern gibt es Willkommensinitiativen, die sich zum großen Teil 2015 gegründet haben. Täglich melden sich Ehrenamtliche bei uns, die Rat brauchen, aber viele dieser Gruppen sind nicht sichtbar.« Auch das ist ein zentraler Aspekt der Demonstration: die andere Mehrheit zu zeigen, die des Willkommens, der solidarischen Hilfe für Geflüchteten, der demokratischen Selbstorganisierung über angeblich Trennendes hinweg.

Der Zug startete gegen 14 Uhr vor dem Bundesinnenministerium in Berlin. Mit dabei sind Flüchtlingsinitiativen wie das Roma Center Göttingen, Flüchtlingsräte und Selbstorganisierungen wie »Refugees4Refugees« aus Stuttgart, das Flüchtlingshotel City Plaza aus Thessaloniki, stadtpolitische Gruppen und solche, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Auch die linke Szene und demokratische AnwältInnen sind dabei. Aufgerufen hat auf das Netzwerk Attac. Im Vorfeld war von bis zu 15.000 Teilnehmern die Rede. nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

Das Blättchen Heft 08/18