Werbung

L’Agenda 2017

Arbeitsrechtsreform soll letzte Hürde nehmen / Proteste in ganz Frankreich

Paris. In Frankreich protestierten am Donnerstag Zehntausende Gewerkschafter gegen die Arbeitsrechtsreform von Präsident Emmanuel Macron. Im ganzen Land kam es zu Streiks und Demonstrationen. Lkw-Fahrer errichteten an mehreren Orten Blockaden. Arbeitsniederlegungen fanden unter anderem bei der Staatsbahn SNCF und den Pariser Verkehrsbetrieben statt. »Le Monde« berichtete, dass wegen eines Druckerstreiks Zeitungen nicht erscheinen würden.

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon hat indes für Samstag zu einer Großdemonstration seiner Bewegung La France insoumise in Paris aufgerufen. Weitere Proteste einzelner Gewerkschaften sind für Montag angekündigt. Vor eineinhalb Wochen hatten bereits Hunderttausende gegen die Pläne Macrons demonstriert. Die französische Regierung hatte anschließend betont, sie werde nicht von ihnen abrücken.

Die Arbeitsrechtsreform soll am Freitag endgültig verabschiedet werden, schon am Wochenende könnte sie in Kraft treten. Unter anderem sollen zukünftig Branchen- und Betriebsvereinbarungen Vorrang vor flächendeckenden Regelungen haben. Auch sollen der Kündigungsschutz gelockert und Abfindungen gedeckelt werden. Einige Gewerkschaften kritisieren die Reform als Schwächung von Arbeitnehmerrechten. Macron argumentiert, sie seien nötig, um die hohe Arbeitslosigkeit im Land zu bekämpfen.

Andrew Watt, Ökonom vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sagt im Gespräch mit dem »nd«, dass die Maßnahmen der französischen Regierung auch eine Reaktion auf die deutsche Agenda 2010 seien. Denn wegen der schwachen Lohnentwicklung in Deutschland, werde Frankreich gezwungen, »über Lohnzurückhaltung die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu verbessern«. nd Seiten 2 und 3

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!