Werbung

Thüringer Kurorte fürchten Verlust der Badeärzte

Betreuung ambulanter Kurgäste aus Hotels und Pensionen wird zunehmend unattraktiv

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bad Langensalza. Thüringens Kurorte sind angesichts des anstehenden Generationswechsels bei Badeärzten in Sorge. Zwar verfügten derzeit noch alle anerkannten Heilbäder oder Luftkurorte im Freistaat über mindestens einen niedergelassenen Arzt mit dieser Spezialisierung, sagt die Geschäftsführerin des Thüringer Heilbäderverbandes, Dorit Frank. Allerdings erreicht Daten der Landesärztekammer zufolge ein Drittel der insgesamt 35 Mediziner bis zum Jahr 2021 das Rentenalter. Für potenzielle Nachfolger sei die Tätigkeit wegen der geringen Zahl ambulanter Kuren aber oft nicht lukrativ genug, so die Kammer.

Badeärzte sind niedergelassene Ärzte in Heilbädern, die in ihrer Praxis ambulante Kurpatienten aus Pensionen, Hotels oder Ferienwohnungen betreuen. Sie untersuchen sie und verordnen Behandlungen wie Massagen oder Bewegungsbäder. Die Zahl dieser Vorsorgekuren, deren Kosten zum Teil die Krankenkassen tragen, hat sich in Thüringen binnen sechs Jahren mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr wurden laut Heilbäderverband nur noch 674 Aufenthalte gebucht (2010: 1583). »Das ist extrem wenig«, sagte der bei der Landesärztekammer für das Thema zuständige Mediziner Sigurd Scholze.

Dies wirke sich auch auf die Einnahmen aus der Tätigkeit als Badearzt aus. Gerade weil es ohnehin immer schwieriger werde, junge Ärzte für Praxisübernahmen im ländlichen Raum zu begeistern, sei dies ein Problem. Außerdem seien die geforderten Qualifizierungskurse für Badeärzte mit erheblichem organisatorischen Aufwand verbunden, so Scholze. Der Heilbäderverband nennt als einen Grund für den Rückgang ambulanter Kuren auch die starke Konkurrenz durch osteuropäische Heilbäder. Scholze kritisiert aber auch eine »restriktive Genehmigungspolitik der gesetzlichen Krankenkassen«.

Problematisch werde es, wenn das Fehlen von Badeärzten den Status als Kurort gefährde, warnt der Heilbäderverband. »Das Prädikat Kurort ist an das Vorhandensein von Badeärzten gebunden«, sagte Frank. In Thüringen gibt es rund 20 anerkannte Kurorte. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!