Werbung

Australiens Sprung ins All

Land bekommt eigene Weltraumorganisation / Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen

  • Von Barbara Barkhausen
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Sydney. Für viele ist es ein überfälliger Schritt: Australien bekommt eine eigene Weltraumorganisation. Bisher war das Land eher eine Ausnahme unter den OECD-Ländern. Selbst der kleine Nachbar Neuseeland mit nur 4,7 Millionen Menschen hat seine eigene Agentur. Dort startete dieses Jahr sogar die erste kommerzielle Weltraumrakete ins All.

Engagiert war Australien auch bisher schon in der Weltraumindustrie. Seit das Land vor 50 Jahren seinen ersten Satelliten ins All transportiert hat, haben australische Wissenschaftler und Techniker regelmäßig mit der NASA zusammengearbeitet. Die Fernsehübertragung von Neil Armstrongs ersten Schritten auf dem Mond wurde über die NASA-Station Honeysuckle Creek sowie das Parkes Radio Teleskop gesteuert, beide in Australien.

Und zuletzt war Australien an der Mission der Weltraumsonde Cassini beteiligt, die im August durch den Eintritt in die Atmosphäre des Saturns bewusst zerstört worden war. Cassini war während ihres 20-jährigen Einsatzes bis ins äußere Sonnensystem geflogen, hatte Daten von Venus, Jupiter und zuletzt Saturn geliefert.

Die australische Weltraumindustrie ist seit den späten 90er Jahren um etwa 10 Prozent pro Jahr gewachsen. Derzeit bringt der Industriezweig dem Land 3 Milliarden australische Dollar (umgerechnet rund 2 Milliarden Euro) bis 4 Milliarden australische Dollar pro Jahr ein. Der Sektor beschäftigt bis zu 11 500 Menschen. Mit der Gründung einer Weltraumorganisation soll der Bereich nun einen weiteren Schub erhalten, wie die Ministerin für Industrie, Michaelia Cash, während einer Rede vor einem Fachkongress in Adelaide sagte. »Eine nationale Weltraumagentur wird sicherstellen, dass wir einen strategischen Langzeitplan haben, der die Entwicklung und Anwendung von Weltraumtechnologien unterstützt und die heimische Weltraumindustrie fördert«, sagte Cash.

Vor allem Südaustralien, dessen Hauptstadt Adelaide ist, könnte von den Plänen der australischen Regierung profitieren, vermuteten australische Medien am Montag. Tausende neue Arbeitsstellen könnten in dem Bundesstaat entstehen, in dem schon jetzt rund 60 Firmen aus dem Bereich der Weltraumindustrie operieren. Ein südaustralischer Politiker pries im staatlichen Sender ABC zudem die »einzigartige Geographie« an, die den Staat zu einem idealen Standort mache.

Südaustralien ist tatsächlich in vielerlei Hinsicht gut positioniert. Von dem kleinen Ort Woomera wurden einst die ersten australischen Raketen ins All geschossen. In Südaustralien, im Cooper Basins, 700 Kilometer nordöstlich von Adelaide, befindet sich einer der größten Einschlagkrater eines Asteroiden mit einem Durchmesser von rund 200 Kilometern.

Das südaustralische Outback war im vergangenen Jahr auch der Schauplatz eines Meteoriteneinschlags. Der Stein erwies sich als über 4,5 Milliarden Jahre alt, also deutlich älter als die Erde. Er soll aus einer Region zwischen Mars und Jupiter stammen.

Südaustralien könnte den Wirtschaftsimpuls dringend gebrauchen, nachdem der Staat durch den Rückzug der Automobilindustrie aus Australien schwere Einbußen erlitten hat. Sollte die Weltraumorganisation tatsächlich nach Südaustralien kommen, wäre dies aber immerhin schon die dritte gute Nachricht für den Staat.

Im Jahr 2016 gab der australische Premierminister Malcolm Turnbull bekannt, dass neue U-Boote für das Land unter der Federführung des französischen Schiffbaukonzerns DCNS in Südaustralien gebaut werden. Im Juli wurde bekannt, dass Tesla in dem Bundesstaat das weltweit größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbarer Energie bauen wird.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!