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Mehr Migranten, weniger Frauen

Fraktionen von Linkspartei und Grünen mit relativ viel Abgeordneten mit Migrationshintergrund / AfD hat Frauenanteil von 12 Prozent

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Obwohl der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund aktuell bei 22 Prozent liegt, werden nur 8 Prozent der Abgeordneten einen solchen biografischen Hintergrund haben. Das zeigt eine Recherche des Mediendienst Integration. Fast alle Parteien bilden die Diversität Deutschlands demzufolge nicht ab. Am nächsten kommt dem die Linkspartei: 19 Prozent der neuen Fraktion haben einen Migrationshintergrund.

Bei den Grünen und der SPD haben 15 beziehungsweise 10 Prozent der Abgeordneten nichtdeutsche Eltern oder sind selbst im Ausland geboren. Die meisten Abgeordneten mit nichtdeutschen Wurzeln kommen laut der Recherche aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Immerhin 7,5 Prozent der zukünftigen Abgeordneten der AfD haben einen Migrationshintergrund, deutlich geringer ist der Anteil bei FDP und der Union mit 6 beziehungsweise 3 Prozent.

Die Liste könne keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, betont Mediendienst Integration. Da die Parteien den Migrationshintergrund nicht erfassen, recherchierten die Migrationsforscher selbst Biografien auf Kandidatenwebseiten und werteten Medienberichte aus. Rund ein Drittel in der Gruppe der Abgeordneten mit Migrationsgeschichte kommt demnach aus Ländern der EU, 14 der neuen Parlamentarier haben eine türkische Migrationsgeschichte.

Deutschland wird damit im Parlament biographisch zumindest etwas vielfältiger. Denn 2013 gab es laut Mediendienst Integration nur 35 Abgeordnete mit Migrationshintergrund, nun sind es in einem größer werdenden Parlament, das mit 709 Abgeordneten so groß werden wird, wie noch nie, immerhin 57.

Deutlich schlechter sieht es hingegen beim Frauenanteil aus. Er war in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen von unter 10 Prozent in den 80er Jahren auf rund 37 Prozent in der letzten Legislaturperiode. Doch im 18. Deutschen Bundestag wird die Frauenquote nur noch bei 31 Prozent liegen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Einzug der AfD (12 Prozent) und der FDP (23 Prozent), doch auch die Frauenquote der Union hat sich gegenüber den Vorjahren verschlechtert.

Bei der AfD gehen 11 Sitze an Frauen, die Männer dominieren die Fraktion mit 83 Abgeordneten. In der FDP-Fraktion gibt es 18 Frauen und 62 Männer. Von den 246 Unionsabgeordneten werden in der neuen Legislaturperiode nur 49 Frauen sein. Das entspricht einem Anteil von 19,92 Prozent. In den letzten Jahren lag er noch bei 25 bis 30 Prozent.

Bei Grünen, SPD und Linkspartei sieht es wegen Quotenregelungen hingegen besser aus. Doch Teil des Problems ist auch, das es schon bei den Mitgliedern deutscher Parteien keine Parität gibt. Der Frauenanteil unter den Parteimitgliedern schwankt zwischen 16 Prozent bei der AfD und 39 Prozent bei den Grünen.

Schon in der aktuellen Legislaturperiode lag Deutschland mit seinem Frauenanteil im Parlament laut einer Recherche des Statistikportals Statista weltweit nur auf Rang 23, hinter vielen afrikanischen Ländern und den Spitzenreitern Ruanda und Bolivien. Dort sind Frauen in der ersten Parlamentskammer sogar in der Mehrheit mit 61 bzw. 53 Prozent. Nun wird Deutschland auf der Rangliste weiter zurückfallen.

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