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Neues von Van Morrison

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Der Literaturnobelpreisträger Bob Dylan tourt immer noch durch die Mehrzweckhallen, so hört man, und er verkauft vermutlich, sofern dies noch niemand unterbunden hat, auch immer noch diese hässlichen Bowlinghemden, die mit seinem Namen bedruckt sind (vor zehn Jahren kosteten sie 60 Euro das Stück). Sein alter Kollege Neil Young hat soeben ein Album herausgebracht, das bisher unveröffentlichtes Songmaterial von ihm aus dem Jahr 1976 enthält (das »verschollene« Album, wie die Plattenfirma und mit ihr die halbe Presse werbewirksam raunt). Und nun erscheint auch ein neues Werk des in Belfast geborenen Sängers und Songschreibers Van Morrison: »Roll With The Punches«. Das gerade erschienene 37. Studioalbum des »großen Eigenbrötlers der Rockgeschichte« (»FAZ«) bzw. des »kleinen, kompakten Mannes mit den schlechten Zähnen«, wie er soeben vom Deutschlandfunk in unverschämter Art und Weise bezeichnet wurde, stellt eine umfängliche Hommage an den Blues dar, an die Musik von Künstlern wie Lightnin’ Hopkins, Muddy Waters und Bo Diddley, die Morrison selbst als junger Mann noch kennengelernt hat und deren Musik er von Kindesbeinen an mit derselben Leidenschaft geliebt hat, mit der er die Musikindustrie bis heute hasst. Morrisons Vater soll eine gewaltige Sammlung von Soul- und Blues-Platten sein eigen genannt haben.

Und natürlich spielen hier an den entscheidenden Stellen die üblichen Verdächtigen mit: Der von allen Rock-Langweilern und allen anderen weißbärtigen Pferdeschwanzträgern gottgleich verehrte Jeff Beck bedient die Gitarre und Georgie Fame (John McLaughlin, Count Basie Orchestra) die Keyboards. Das ist alles gut und schön, doch so handwerklich perfekt alles daherkommt, samt supervirtuosem Gitarrengegniedel und Mundharmonikagedöns zum Mitschunkeln, so uninspiriert ist es auch. Natürlich werden die Freundinnen und Freunde »echter, handgemachter Musik« (gähn) wieder vor Begeisterung Veitstänze aufführen, doch ich kann mich dem nicht anschließen. Gewiss, gewiss: Van Morrisons »Stimme macht jeden Diskurs darüber, ob der Mensch eine Seele habe, komplett überflüssig - der Mensch als solcher vielleicht nicht, aber Van Morrison unbedingt« (Wiglaf Droste). Das ist unbestritten. Dennoch ziehe ich es auch künftig vor, Morrisons Jahrhundertalbum »Astral Weeks« (1968) zum ungefähr fünfhundertsten Mal zu hören.

Die Studioarbeit scheint Morrison im Übrigen bis heute nicht besonders zu schätzen. »Dieses Abmischen und der ganze Rest, das ist so langweilig. Die Leute würden nicht glauben, wie langweilig das ist«, sagte er etwa dem Magazin »Uncut«. Naja, es kommt halt möglicherweise darauf an, was man da so macht, im Studio.

Van Morrison: »Roll with the Punches« (Caroline/Universal)

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