• Politik
  • Polizeigewalt in Katalonien

»Sie lachten dabei«

»Sie brachen mir die Finger und begrapschten meine Brüste« / Opfer von Polizeigewalt beim Referendum in Katalonien erzählt ihre Geschichte

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Das Video war eines der brutaleren vom harten Vorgehen der spanischen Nationalpolizei und der Guardia Civil gegen das Referendum in Katalonien, die gestern auf sozialen Medien geteilt wurden. Bei der Räumung eines Wahllokals schmissen spanische Nationalpolizisten eine Frau die Treppe hinunter. Nun ist ein Mitschnitt eines Telefonanrufs auf Whatsapp veröffentlicht worden, in der Marta Torrecillas einer Angehörigen erzählt, was passiert ist.

»Laura, bitte, hör‘ genau zu und sag es allen«, beginnt die junge Frau. »Ich habe lediglich alte Menschen verteidigt, sie haben Kinder und alte Menschen geschlagen und mich dann gepackt«. Im Video steht die Frau zunächst einfach vor den Beamten.

»Sie haben mir meine Finger gebrochen, einen nach dem anderen, absichtlich. Mein Rock war hochgerutscht und sie haben meine Brüste begrapscht und sie haben mich geschlagen und sie lachten dabei, während alle anderen zugeguckt haben. Das ist böse, einfach nur böse«, erzählt Torrecillas am Telefon. Anschließend wurde sie die meterlange Steintreppe des Wahllokals im »Institut Pau Claris« im Stadtteil Eixample in Barcelona hinunter »geschleift« und offenbar auch getreten.

Außerhalb des Wahllokals wurde die junge Frau dann von einem Team des Rettungsdienstes versorgt, der aber nur ihre Hand verband. Denn Torrecillas wollte nicht sofort wie von den Sanitätern empfohlen ins Krankenhaus sondern zuerst beim Referendum abstimmen.

Die Katalanin ist eine von Hunderten Verletzten. Laut den letzten Angaben der katalanischen Regierung wurden im Laufe des gestrigen Tages 838 Menschen verletzt, vier davon sind immer noch im Krankenhaus, zwei befinden sich in kritischem Zustand. Auf einer Sondersitzung Auf einer Sondersitzung der katalanischen Regierung wurde heute neben den Beratungen über das weitere Vorgehen nach dem Referendum auch die Einrichtung einer Untersuchungskommission zur Untersuchung der Polizeigewalt während des Referendums beschlossen. Sie soll Fälle wie den von Marta sammeln und dokumentieren.

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