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Chaotische Zustände

Der Sturm »Xavier« hat Verwüstungen angerichtet

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Berlin. »Xavier« hat den Norden und Osten Deutschlands mit großer Wucht getroffen. Wer allerdings dachte, mit dem Abzug des Sturmtiefs sei alles wieder gut, der irrt. Auch die Tage nach dem Sturm herrscht Chaos im Fernverkehr. Der Bahnverkehr war am Freitag massiv gestört.

Sieben Menschen hatte der Sturm am Donnerstag das Leben gekostet. Wie am Freitagnachmittag bekannt wurde war unter den Opfern auch die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift »Internationale Politik«. Ein weiterer Mann starb nach NDR-Informationen in Mecklenburg-Vorpommern an einem Herzinfarkt, als ein Baum vor seinem Auto auf die Straße stürzte - unklar blieb, ob ein Zusammenhang mit »Xavier« besteht. Am Wochenende kann es im Nordosten entlang der Küsten und im Bergland erneut stürmische Böen geben.

Die Bundesregierung würdigte am Freitag den großen Einsatz der Rettungskräfte. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer dankte in Berlin allen, »die in den Stunden des Orkans hart daran gearbeitet haben, die Verkehrsverbindungen aufrecht zu erhalten und Menschen zu helfen, die in Not geraten sind«. Betroffen äußerte sie sich über die hohe Zahl der Todesopfer: »Natürlich denken wir in diesen Stunden an die sieben Menschen, die auf tragische Weise in dem Orkan ihr Leben verloren haben, und an die Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.«

»Xavier« war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten hinweggefegt. Besonders schwer betroffen von dem Unwetter und den Folgen mit umgestürzten Bäumen waren Berlin, Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Vier Tote gab es allein in Brandenburg, weitere drei Menschen starben in Berlin, Hamburg und bei Schwerin.

Der Sturm legte am Donnerstag den Fernverkehr lahm, Tausende Reisende strandeten in Bahnhöfen. Auch die öffentlichen Verkehrsnetze von Großstädten wie Berlin oder Hamburg waren stark beeinträchtigt. Während sich der Nahverkehr am Freitagmorgen langsam normalisierte, brauchten Reisende im Fernverkehr weiter viel Geduld.

Die Bahntrassen würden mit Hubschraubern abgeflogen, um festzustellen, wo der Sturm Schäden angerichtet hat, sagte eine Sprecherin am Freitagvormittag. Außerdem seien überall fahrbare Hebebühnen unterwegs, um heruntergerissene Oberleitungen wieder instand zu setzen.

Die Nacht verbrachten viele Gestrandete in Hotels oder in einigen von der Bahn bereitgestellten Zügen. So standen zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, wo rund 1000 Reisende hängenblieben.

Mancherorts fiel der Strom aus. Am Freitagmorgen waren in Westmecklenburg noch immer 10 000 Kunden ohne Strom. Am Donnerstag waren es zeitweise sogar 35 000 Menschen. Der Sturm entwurzelte zahlreiche Bäume, Ziegel fielen von Hausdächern.

Die staatliche Forstverwaltung hat auch nach Abzug von Sturmtief »Xavier« vor dem Betreten der Wälder in Sachsen gewarnt. »Der Aufenthalt kann lebensgefährlich sein«, sagte ein Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst in Pirna am Freitag. Auch im Nachgang könnten noch Äste herabstürzen und Bäume umfallen. Deshalb sollten vor allem gesperrte Flächen auf keinen Fall betreten werden.

Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst rechneten für das Wochenende mit Schauern und einzelnen Gewittern. dpa/nd

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