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Dreimal die Bestnote

Personalie

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.

Jedes Jahr sitzen Studenten in den Unibibliotheken auf dem Hosenboden, wälzen Gesetzbücher, prägen sich komplizierte Matheformeln ein oder versuchen den Sinn der klassischen Philosophie zu ergründen, um die Abschlussprüfung zu bestehen. Nicht so Robert Lewandowski. Der Torjäger des FC Bayern München hat vor seinen Prüfern der Sporthochschule Warschau einfach aus dem Nähkästchen geplaudert - und so dreimal die Bestnote abgesahnt. Thema seiner Arbeit »RL9. Der Weg zum Ruhm«, die er am Montag verteidigte, war die eigene Karriere. Die 9 steht für seine Rückennummer. Der krönende Abschluss eines zehnjährigen Studiums.

Doch nicht nur das etwas ungewöhnliche Thema spielte dem 29-Jährigen in die Karten. Am Sonntag brachte Lewandowski mit seinem wichtigen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 (Endstand 4:2) Polen im WM-Qualifikationsmatch auf die Siegerstraße gegen Montenegro. Damit löste die Mannschaft um Kapitän Lewandowski das Ticket für das Turnier im kommenden Jahr in Russland. Das gefiel den Jurymitgliedern so gut, dass sie sich während der Prüfung in Rot und Weiß kleideten - die Nationalfarben Polens. Schließlich ist Patriotismus dort inzwischen erste Bürgerpflicht.

Für viel Aufsehen sorgte Lewandowskis vor rund zwei Jahren beim Spiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg: Als Einwechselspieler erzielte er fünf Tore innerhalb von nur neun Minuten. Ein Rekord, auf den selbst Gerd Müller, der legendären Vereinstorjäger der 1970er Jahre, neidisch sein dürfte. Doch im Gegensatz zum »Bomber der Nation« ist der in Warschau geborene Lewandowski ein Ballkünstler. Das hatte der Pole Anfang des Jahres im Training unter Beweis gestellt: Beim Balljonglieren zog er sich sein Trikot aus und wieder an. Bei diesem Kunststück hätte sich Müller wohl die Beine gebrochen. Der konnte nämlich nur Tore schießen. Doch wenn Müller irgendwann einmal bei einer Prüfung über sein Leben plaudern würde, dann müsste man ihn glatt zum Professor ernennen.

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