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Stopp der Vermüllung

Die Initiative »Alles im Fluss« will eine breite Bewegung für eine saubere Umwelt

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Die Flüsse und Seen der Hauptstadt sollen sauberer werden. Das hat sich ein breites Bündnis von Unternehmen und Initiativen vorgenommen. Initiatoren sind die beiden Vereine wirBERLIN und Flussbad Berlin, die seit Juni an der Planung ihres Zukunftsprojekts arbeiten. Am Dienstagvormittag traten sie mit der gemeinsamen Initiative »Alles im Fluss« an die Öffentlichkeit.

Bisher arbeitet jeder der Vereine mehr oder minder auf eigene Faust an den jeweiligen Zielen. WirBERLIN organisiert zum Beispiel Aufräumaktionen in Grünanlagen und an Uferstreifen. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei sehr positiv. »Wir erhalten eine Flut von Bürgerzusprüchen, Anrufen und Mails«, sagt Vereinsvorsitzende Beate Ernst.

Die Aktivisten stellen Fotos der angesammelten Abfälle online. Besonders der biologisch schwer abbaubare Plastikmüll sorgt für Frust in der Bevölkerung. Das dokumentieren die Umweltschützer bei der Auftaktveranstaltung am Kupfergraben. Am Stand der Initiative hängen ausgedruckte und laminierte Facebook-Kommentare. »Solche Bilder machen mich wütend, diese Drecksferkel«, schrieb ein User.

Ein Problem sei das »Kompetenzgerangel« zwischen Senat, Bezirksämtern und der Berliner Stadtreinigung (BSR). Das schlechte Beispiel fördere die Frustration bei Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen, glaubt Ernst.

Auf die Initiative könnte eine Menge Arbeit zukommen. Denn nach Meinung von Peggy Hertner, Leiterin der Geschäftseinheit Reinigung bei der BSR, habe sich bislang besonders kontinuierliches Beseitigen in Parks als probates Mittel bewährt, um der Verschmutzung langfristig Einhalt zu gebieten. Alles andere habe bisher kaum geholfen.

Gegen eine andere Art Verschmutzung kämpfen die Aktivisten für das Flussbad. Sie werben seit geraumer Zeit für ihren Traum, in der Spree wieder baden zu können. Das wird nur mit der Filterung des Wassers mit Kies und Wasserpflanzen gelingen. Ein kleines Schiff dient als Testlauf für die biologische Reinigung. Es liegt direkt im Kupfergraben vor Anker. In Bottichen sind Versuchsanordnungen installiert, in die Spreewasser gepumpt wird.

Auch die Sauberkeit im Wasser könnte zur Sisyphusarbeit werden, denn es sind nicht die großen Abfallobjekte im Wasser, die Probleme bereiten. Zwar findet Jürgen Kohler von den Jungen Tauchpionieren Dutzende Fahrräder, Parkbänke und Bauzäune. Aber das eigentliche Problem sind kleinere Gegenstände, wie Zigarettenstummel, die nicht mit einem Kescher gehoben werden können.

Doch der Blick in die Vergangenheit gibt berechtigten Anlass zur Hoffnung auf Besserung. Es sei zwar ärgerlich, dass es immer noch zu viele Stoffe gebe, die nicht in den Gewässerkreislauf gehörten, sagt Michael Bender vom Umweltverband Grüne Liga. Neben Giftstoffen gehörten dazu vor allem Abfallprodukte aus der Landwirtschaft oder Phosphat aus Kläranlagen. »Doch im Vergleich zum Jahr 1989 sind bereits Lichtjahre in Sachen Gewässersauberkeit vergangen«, so Bender.

»Eigentlich gehören auch Lachse in die Spree. Wir wollen ein bisschen Vielfalt wieder zurück. Aber eine komplette Renaturierung Berlins fordern wir jetzt nicht«, erklärt er lachend.

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