USA und Israel treten aus UNESCO aus

Länder werfen UN-Organisation anti-israelische Tendenzen vor

Der Sitz der UNESCO in Paris.
Der Sitz der UNESCO in Paris.

Paris. Die USA und Israel treten aus der Bildungs- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen, UNESCO, aus. Der Schritt der Regierung von US-Präsident Donald Trump sei sehr bedauerlich, erklärte die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa am Donnerstag in Paris. US-Außenminister Rex Tillerson hatte Bokowa über das Ausscheiden der USA unterrichtet. Damit protestieren die USA entschieden gegen die Mitgliedschaft Palästinas als ordentlicher Staat bei der UNESCO.

Nur wenige Stunden nach dem Austritt der Vereinigten Staaten kündigte auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu den Rückzug seines Landes aus der UN-Kulturorganisation an. Er habe das Außenministerium angewiesen, einen entsprechenden Schritt parallel mit den USA vorzubereiten, erklärte der Ministerpräsident.

Nach der Aufnahme Palästinas in die Organisation hatten die USA bereits 2011 ihre Zahlungen an die Organisation gestoppt. Im Sommer sorgte die Entscheidung der UNESCO, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung. Den Angaben zufolge wird der Rückzug der Staaten zum 31. Dezember wirksam. Anschließend wollen die USA ein Beobachterbüro bei der UNESCO einrichten.

Streit gibt es derzeit in der UNESCO auch um die neue Führungsspitze: Vor einer vierten Wahlrunde im Exekutivrat am Donnerstagabend lag der Kandidat Katars gleichauf mit der französischen Anwärterin Audrey Azoulay. Dem Kandidaten aus Katar wird aber Antisemitismus vorgeworfen. Sollte er sich durchsetzen, könnte das den Konflikt mit Israel weiter verschärfen.

Die UNESCO zählt derzeit 193 Mitgliedstaaten. Die 1945 gegründete Organisation ist vor allem durch ihre Liste der Weltkulturerbestätten bekannt, die jedes Jahr ergänzt wird. Agenturen/nd

Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

jetzt abonnieren!

Wie? Noch kein Abo?

Na, dann aber hopp!

Einfach mal ausprobieren: 14 Tage digital, auf Papier, als App oder was weiß ich!

Jetzt kostenlos testen