Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Demokratische Kräfte Syriens befreien Rakka

IS-Kämpfer kapitulieren in ehemaliger Hochburg Nordsyriens / Rückzug scheinbar begonnen / Bataclan-Drahtzieher noch in Rakka

  • Lesedauer: 3 Min.

Al-Rakka. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stehen kurz vor der Befreiung Al-Rakkas von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Rakka galt bislang als IS-Hochburg in Nordsyrien. Wie viele IS-Kämpfer die Stadt bereits verlassen, ist noch unklar. Einer lokalen Quelle zufolge haben nach der Kapitulation Dutzender IS-Kämpfer in der Nacht zum Sonntag weitere Dschihadisten die Stadt verlassen. Bei ihnen handele es sich um 10 bis 13 ausländische Kämpfer, berichtete die Quelle, die namentlich nicht genannt werden wollte, am Sonntag. Es harrten noch etwa 200 ausländische Kämpfer in der Stadt aus.

Die von der kurdischen Miliz YPG angeführten SDF, die in der Stadt gegen den IS kämpfen, berichteten dagegen, dass kein ausländischer Kämpfer die Stadt verlassen habe. In Al-Rakka befänden sich noch etwa 150 Extremisten, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte am Samstag berichtet, dass alle syrischen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die ehemalige inoffizielle Hauptstadt des IS verlassen hätten. Die von den USA geführte internationale Koalition sprach von einer Einigung, die allerdings nicht für ausländische IS-Kämpfer gelte.

Zivilisten werden von der kurdischen YGP befreit

Drahtzieher der Pariser Bataclan-Anschläge noch in Rakka

Der Drahtzieher des schweren Anschlages in Paris 2015 soll sich den Angaben nach weiterhin unter den Verbliebenen Dschihadisten in Rakka befinden und soll sich weigern aufzugeben. Bei der koordinierten Anschlagserie in Paris im November 2015 töten IS-Extremisten 130 Menschen. In der Konzerthalle Bataclan richten sie ein Massaker an, Bars und Restaurants wurden beschossen, am Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

Dass IS-Kämpfer sich ergeben, ist in den Augen der Dschihadisten in höchstem Maße unehrenhaft und deshalb relativ selten. Die Internationale Koalition sieht den Grund dafür auch darin, dass die Kämpfer an der Front völlig von der Führungsebene der Organisation abgeschnitten sind.

Offensive seit Juni

Al-Rakka war von den Dschihadisten 2014 erobert worden und galt neben Mossul im Nordirak als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Das SDF-Bündnis hatte die Offensive im November vergangenen Jahres begonnen; nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann der Sturm auf Al-Rakka Anfang Juni. Die internationale Anti-IS-Koalition unterstützt die Offensive aus der Luft. Sie gibt an, dass 85 Prozent der Stadt vom IS befreit seien. Trotzdem erwarte man »schwierige Kämpfe in den nächsten Tagen«. Es sei noch unklar, wann Al-Rakka endgültig fallen werde.

Die Vereinten Nationen (UN) hatten am Freitag berichtet, dass etwa 8000 Zivilisten weiterhin in Al-Rakka eingeschlossenen seien. Wasser, Nahrung und Medikamente seien knapp. Hunderttausende waren in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen aus der Region geflüchtet. In der vergangen Woche konnten der Internationalen Koalition zufolge 1500 Zivilisten die Stadt verlassen.

Im Osten des Landes nahmen Regierungstruppen unterdessen die Stadt Al-Majadin ein. Eine Militärquelle bestätigte der dpa, die Einheiten hätten die Stadt vollständig unter Kontrolle. Es würden nun letzte Extremisten in der Stadt gesucht.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Im Nordirak wurden sie aus ihren wichtigsten Städten, darunter die Großstadt Mossul, vertrieben. Auch in Syrien werden die Dschihadisten immer weiter zurückgedrängt. nd/Agenturen

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln